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Macrons Strategie für seinen Besuch in China

2018-01-30 11:35:57 de.china-info24.com

Wenn man sagt, dass sich der diplomatische Stil Frankreichts oft von dem anderer westlicher Mächte unterscheidet, dann unterscheidet sich auch der diplomatische Stil des jungen Präsidenten Macron deutlich von seinen Vorgängern. Offen, aber nicht exklusiv, das Aufgeben von „Ideologie zuerst“ und das Respektieren der Geschichte und Kultur des jeweils anderen sind die Schlüsselwörter seiner Diplomatie. Dies wurde noch einmal bei seinem ersten Staatsbesuch in China deutlich.

Während seines China-Besuchs begab sich Macron zum Ausgangspunkt der Seidenstraße, sprach über kulturelle Integration und innovative Wirtschaft, überreichte Xi Jinping ein Pferd, zollte den chinesischen Arbeiterkorps seinen Respekt und lobte die chinesischen Touristen in Frankreich. Man könnte sagen, Macron habe in jeder Hinsicht einen neuen, tiefgreifenden Eindruck hinterlassen. Er ist sehr populär in China. Sein Besuch hinterließ viel positive Energie bei den Chinesen, die eng mit den französischen Führungspersönlichkeiten, dem französischen Volk und der französischen Kultur verbunden ist. Macrons Diplomatie kann „zwischenmenschliche Verbindungen“ fördern. Sie verkörpert Frankreichs „Soft Power“.

Verglichen mit anderen westlichen Staatsoberhäuptern, die bei ihrem Besuch nur die Unterzeichnung millionenschwerer Verträge im Kopf haben, haben Macron und seine Delegation die spezifische Höhe der Geldsumme der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit nicht offen gelegt. Dies deutet jedoch nicht darauf hin, dass die Höhe gering ist. Es wird berichtet, dass der Vertrag zwischen einer chinesischen Firma und Areva 10 Mrd. Euro umfasse. Dies sei jedoch nicht von größtem Interesse für Macron. Er glaube wahrscheinlich nicht, dass dies ein Geschenk von chinesischer Seite ist. Es sei ein strategischer Schachzug Macrons für Frankreich und für Europa. Zweck dieses „Sc hachspiels“ sei nicht, die Partie zu gewinnen, sondern sie zu beiderseitigem Nutzen zu beenden.

Macron ist ein prominenter Befürworter der „Ein Gürtel, Eine Straße“-Initiative. Die westlichen Medien sind der Meinung, Macron solle sich etwas zurückhalten und mehr Raum lassen. Aber das ist eben nicht Macrons Art zu denken. Er lobt die EGES-Initiative und schmeichelt sich nicht bei China ein, um Aufträge zu erhalten (wie viele westliche Medien meinen). Stattdessen sieht er in der nationalen Strategie anderer Großmächte Frankreichs echte nationale Interessen. Er hält an den Gedanken der Öffnung und der Entideologisierung fest, wodurch er natürlich zu unterschiedlichen strategischen Positionen und Schlussfolgerungen kommt.

Auf der anderen Seite sieht Macron auch die negativen Konsequenzen des Boykotts der EGES-Initiative. Einem Bericht der Agence France-Presse (AFP) zufolge sagte er auf einer Pressekonferenz, dass es bei der neuen Seidenstraße „eine gemeinsame Position auf europäischer Ebene geben müsse“. „Wir können diese Initiative nicht verwerfen, denn das wäre ein strategischer Fehler, der weitreichende Konsequenzen hätte.“

Daher befürwortet Macron die EGES-Initiative, nicht als Geschenk für China, sondern aus einer richtigen strategischen Überlegung heraus. Frankreich und Europa müssen auf diesen internationalen Schnellzug aufspringen.

Macron sagte in Xi’an, dass die EGES-Initiative nicht „einseitig“ sei. Dies impliziert, dass Frankreich und die EU auch ihre Entwicklungskonzepte, Forderungen, Technologien und andere Vorteile einfließen lassen, und betont „Multilateralität“ und „Win-Win“. Dies stimmt mit Chinas Konzept überein, dass die EGES-Initiative ein „globales öffentliches Gut“ sei, das gemeinsam erbaut, besprochen und geteilt werde.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping sprach bei seinem Treffen mit Macron über den „Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“ und wies darauf hin, dass Frankreich ebenfalls ein ähnliches Konzept verfolge. Die beiden Länder können Unterschiede in den sozialen Systemen, Entwicklungsstufen und kulturellen Traditionen überwinden, das gegenseitige politische Vertrauen stärken und das Potenzial der Zusammenarbeit nutzen.

Multilateralismus, pragmatische Öffnung und Respektierung der kulturellen Traditionen des jeweils anderen – bei wichtigen globalen Problemen nehmen China und Frankreich die gleiche Haltung ein. Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten betont Macron die Notwendigkeit der EGES-Initiative als nationale Strategie.

Neben der Unterstützung der EGES-Initiative unterstrich Macron bei seinem China-Besuch die kulturelle Integration. Macron besuchte in Xi’an neben der Terrakotta-Armee die große Wildganspagode, in der die Schriften des Mönches Xuanzang aufbewahrt werden. Zudem besuchte er eine Moschee, um die religiöse Verschmelzung zu zeigen. In seiner Rede erwähnte er neben der Ehrung der chinesischen Kultur auch, dass Xi’an viele Eindrücke von fremden kulturellen Einflüssen besitze. Macron habe eine tiefe Kultur in Frankreich geschaffen, im Gegensatz zu Ländern ohne Kultur. Er sei zuversichtlich, mit China eine strategische Kooperation einzugehen.

Man kann sagen, dass Macrons größte Errungenschaft bei seinem China-Besuch nicht die Rückkehr von französischem Rindfleisch auf chinesischen Esstischen sei, noch Chinas Kauf hunderter Airbusse, sondern, dass er gezeigt hat, dass sich Frankreich und China trotz „America First“ bei internationalen Angelegenheiten einig sind.

In der Innenpolitik bevorzugt Macron den Begriff „Tranformation“, da er sich mit einer spezifischen Reform nicht zurfrieden gibt, sondern großen Wert auf die Erneuerung des Entwicklungskonzeptes des Staates in einem multikulturellem Kontext in einem globalisiertem Umfeld legt. Macrons erfolgreicher Besuch hat der Welt sein Potenzial als Politiker einer neuen Generation gezeigt.

Man hofft, dass die französisch-chinesischen Beziehungen mithilfe von Macrons erfolgreichem Besuch in China weiter entschlossen Fortschritte machen werden, sich gegenseitig ergänzen, jeweils von der Kultur des anderen lernen und neue Kooperationsbereiche erschließen, um die umfassend strategische Partnerschaft auf ein neues Hoch zu bringen.

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