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Beschleunigter wirtschaftlicher Wandel in China eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen China und der EU

2018-01-30 11:40:32 de.china-info24.com

Vor kurzem wurden verschiedene Wirtschaftszahlen aus China für das Jahr 2017 veröffentlicht. Im vergangenen Jahr lag Chinas Wirtschaftswachstum bei 6.9%. Es übertraf damit das zu Jahresbeginn gesetzte Wirtschaftswachstumsziel und beschleunigte sich erstmals seit sieben Jahren. Chinas Wirtschaft überschritt ebenfalls die 80 Bio. Yuan (Renminbi) und erreichte 82,7 Yuan. In Bezug auf Im- und Export stieg Chinas Gesamtwert der Im- und Exporte im vergangenen Jahr um 14.2% und kehrte damit den Rückgang der letzten beiden Jahre um.

Gegenwärtig hat sich Chinas Wirtschaftswachstum stabilisiert und der strukturelle Wandel der Wirtschaft hat sich beschleunigt. Was die Industriestukturen anbelangt, so hat der Tertiärsektor den Sekundärsektor abgelöst und ist zu einer „Lokomotive“ geworden, die das Wirtschaftswachstum antreibt. Im vergangenen Jahr betrugen die Wachstumsraten des Primär-, Sekundär- und Tertiärsektors in China jeweils 3.9%, 6.1% und 8%. Der Tertiärsektor ist zur Hauptquelle der wirtschaftlichen Entwicklung geworden. Aus Sicht treibender Faktoren hat der Konsum Investitionen als Haupttreiber des chinesischen Wirtschaftswachstum abgelöst. Getrieben von Umsatzwachstum betrug die Wachstumsrate des gesamten Einzelhandelsumsatzes 9.4%. Die Weltwirtschaft fängt an sich zu erholen, das äußere Umfeld der chinesischen Wirtschaft hat sich verbessert und Im- und Export haben sich erholt. Vor diesem Hintergrund kann China seine Aufmerksamkeit von der Wahrung des Wirtschaftswachstums auf die Anpassung der Wirtschaftsstrukturen lenken. Daher prognostiziert das Ausland, dass sich Chinas wirtschaftliche Umstrukturierung 2018 weiter beschleunigen wird.

In den letzten Jahren wurden bereits große Fortschritte bei der wirtschaftlichen Umstrukturierung in China gemacht, doch eine konkrete Analyse zeigt, dass für die wirtschaftliche Umstrukturierung Chinas noch genügend Spielraum vorhanden ist. In China stellen arbeitsintensive Produkte nach wie vor den Hauptexport mit einem Anteil von 20.1% dar. Gleichzeitig hat sich das Exportvolumen von Autos, Computern und Mobiltelefonen auf jeweils 27.2%, 16.6% und 11.3% erhöht. Dies zeigt, dass sich die chinesische Fertigungsindustrie immer noch in einer Phase des High-End und der Mondernisierung befindet, welche sich bereits beschleunigt. Obwohl Konsum der Hauptmotor der chinesischen Wirtschaft geworden ist, wird das Konsumwachstum hauptsächlich durch das Einkommenswachstum getrieben. Der Binnenmarkt für Verbraucher in China ist immer noch nicht ausgereift, die Handelskosten sind relativ hoch und der Schutz für Verbraucherrechte muss noch verbessert werden. Dies führt auch zu der Entstehung von Konsumabflüssen.

Während sich der Strukturwandel beschleunigt, wird auch der wirtschaftspolitische Schwerpunkt der chinesischen Regierung angepasst. China hat bereits das Hauptziel der makroökonomischen Kontrolle vom BIP-Wachstum auf Beschäftigung und Inflation verlagert, was darauf hindeutet, dass China der Ansicht ist, dass sich die Hauptrisiken der Wirtschaft von Stillstand zu Unterbeschäftigung und übermäßigen Preissteigerungen verschobenen haben. Der Grund liegt in der Stabilisierung des chinesischen Wirtschaftswachstums, einige in der Vergangenheit angesammelten Strukturprobleme sind jedoch noch nicht gelöst und Risiken wie eine hohe Verschuldung bestehen weiterhin, die auf die Realwirtschaft übertragen werden und gravierende Auswirkungen auf das stabile Funktionieren der Wirtschaft haben können. Um den wirtschaftlichen Risiken, verursacht durch strukturelle Probleme, zu begegnen, muss sich China verstärkt auf die Anpassung seiner Wirtschaftsstrukturen konzentrieren.

Das Hauptthema der chinesischen Wirtschaft verlagert sich von der Beibehaltung der Wachstumsgeschwindigkeit zur Umstrukturierung und strukturellen Anpassung. Aus Sicht Europas bedeutet dies, dass China nicht mehr nur Investor und Handelsparter ist, sondern auch der Inhalt und das Niveau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen China und Europa zunehmen. Die Europäische Zentralbank hat bereits ein deutliches Signal an den Markt gesendet, dass sie aus der quantitativen Lockerung aussteigen wird. Nach dem Ausstieg muss Europa eine externe Zusammenarbeit anstreben, um sein Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten.

Um sein Wirtschaftswachstum zu erhalten, benötigt Europa mehr Investitionen, doch durch die Auswirkungen der Zinserhöhung durch die Federal Reserve und der Steuersenkungen in den USA hat der Druck auf Europa deutlich zugenommen. Daher ist es notwendig, dass Europa bei Investitionen intensiv mit China zusammenarbeitet. Chinas wirtschaftliche Entwicklung schenkt der Qualität immer mehr Aufmerksamkeit. Chinesische Unternehmen versuchen nicht mehr nur durch Investitionen im Ausland ihre Aktivitäten auszubauen und den Markteinfluss zu erweitern, sondern versuchen auch ihr technologisches Niveau zu verbessern und ihre Produktstrukturen zu verbessern. Um chinesische Unternehmen für Investitionen in Europa zu gewinnen, sollte Europa daher gezielter arbeiten und neben dem Infrastrukturaufbau auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in den Bereichen Umweltschutz, Automobil- und Pharmaindustrie mit China fördern, die in China am dringendsten gestärkt werden müssen.

China misst der Rolle der Innovation bei der Förderung der Wirtschaft eine immer größere Bedeutung bei. Um die wirtschaftliche Anwendung neuer Technologien wie künstliche Intelligenz und Big Data zu fördern, hat China eine Reihe nationaler Strategien auf den Weg gebracht. Wie China versucht auch Europa die wirtschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen, die Technologien wie künstliche Intelligenz mit sich bringen. Kurz zuvor besuchte der französische Präsident Macron China und rief dazu auf, eine europaweite Big-Data-Strategie auszuarbeiten. Im Bereich neuer Technologien sind Forschung und Entwicklung in Europa sehr stark. China achtet stärker auf die Marktfähigkeit und Praxistauglichkeit verschiedener Technologien. Beide Seite haben ihre jeweiligen Vorteile und ergänzen sich gegenseitig. Sie können diesen Aspekt der Technologiekooperation auch als neuen Schwerpunkt der Zusammenarbeit betrachten.

Infolge der Beschleunigung der wirtschaftlichen Umstrukturierung wird Chinas Finanzindustrie ein neues Gesicht zeigen. Finanzielle Risiken stellen eines der größten Risiken für die chinesische Wirtschaft dar. Die Beschleunigung der Umstrukturierung der Finanzindustrie und die Verbesserung des Finanzmarktsystems stellen ebenfalls notwendige Bedingungen für die wirtschaftliche Umstrukturierung dar. Um finanzielle Risiken zu beheben, muss die Kontrolle verstärkt und der Schuldenabbau beschleunigt werden. Gleichzeitig muss die Öffnung der Finanzmärkte weiter ausgebaut werden, ausländisch finanzierte Unternehmen müssen für den Eintritt in den chinesischen Markt gewonnen und die Entwicklung und Reife der chinesischen Finanzindustrie gefördert werden. Ende letzten Jahres hat China eine Reihe von Maßnahmen zur Öffnung der Finanzmärkte eingeführt, die es ausländischen Unternehmen erlauben, Mehrheitsbeteiligungen an Joint Ventures mit chinesischen Wertpapier- und Lebensversicherungsunternehmen zu halten, und die Anteilsbesitzbegrenzung ausländischer Banken für chinesische Banken und Vermögensverwaltungsunternehmen zu streichen. Dies ist die weitreichendste Maßnahme zur Öffnung der Finanzindustrie, die China seit seinem Beitritt zur WTO getroffen hat. Europa hat die am weitesten entwickelte Finanzindustrie der Welt. Europäische Unternehmen können diese Chance nutzen, um den chinesischen Markt aktiv zu erschließen.

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