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Neuer Ausgangspunkt für die Beziehungen

2018-07-02 15:56:46 de.china-info24.com

Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte Ende Mai zum 11. Mal China, ihr erster Besuch seit ihrer vierten Wahl zur Bundeskanzlerin. Bei ihrem Besuch in China gab sie gemeinsam mit Chinas Premierminister Li Keqiangauf einer Pressekonferenz bekannt, dass beide im Juli dieses Jahres die fünften deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin abhalten und eine Reihe wichtiger Dokumente unterzeichnen werden. Der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde, gab kürzlich bekannt, dass China und Deutschland hinsichtlich der „Ein Gürtel, eine Straße"-Initiative, bei Drittmärkten, Elektrofahrzeugen, autonomem Fahren und E-Commerce eng zusammenarbeiten werden. „Kontakte auf hoher Ebene spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Entwicklung der chinesisch-deutschen Beziehungen.“ So Botschafter Shi Mingde.

Kontinuierlich Kontakt auf hoher Ebene

In den letzten Jahren haben die häufigen Besuche zwischen den Staats- und Regierungschefs Chinas und Deutschlands die Entwicklung der chinesisch-deutschen Beziehungen wesentlich gefördert. Sie haben nicht nur die gute Arbeit und persönlichen Beziehungen vertieft, sondern auch in die richtige Richtung für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen gewiesen.

„China News Service“ berichtete, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern seit dem Aufbau einer umfassend strategischen Partnerschaft zwischen China und Deutschland im Jahr 2014 rasch entwickelt haben und die Tiefe der Zusammenarbeit ein beispielloses Niveau erreicht habe.

Aus Expertensicht umfasst die diesjährige Erweiterung der deutsch-chinesischen Beziehungen zwei Arten von Faktoren: „innere“ und „äußere“. Aus der Perspektive „innere Faktoren“ beginnt dieses Jahr mit den jeweils neuen Regierungen in China und Deutschland. Während des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel in China sagte Li Keqiang bei seinem Treffen mit Merkel, dass die neuen Regierungen der beiden Länder gemeinsame Anstrengungen unternehmen sollten, um Planungen zu stärken und die chinesisch-deutschen Beziehungen sowie die beiderseitige Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten zu fördern.

Mit Blick auf „äußere Faktoren“ sind China und Deutschland Exportgroßmächte,große Besitzer von Devisenreserven und Produktionsnationen. Angesichts des zunehmenden Protektionismus und Unilateralismus in der heutigen Welt glaubt Wang Yiwei, Leiter des Zentrums für EU-Studien der Chinesischen Volksuniversität und Forschungsmitarbeiter im Zentrum für Deutschlandstudien der Tongji-Universität, dass „die beiden Länder von der Wirtschafts- und Handelskooperation im allgemeinen Sinne zur Gestaltung neuer internationaler Beziehungen, zur Aufrechterhaltung des multilateralen Handelssystems, zur Aufrechterhaltung der friedlichen Entwicklung der Welt und zur Gestaltung der künftigen Zusammenarbeit übergegangen sind“.

Deutsche Automobilhersteller positionieren sich auf dem chinesischen Markt

Die Automobilindustrie war schon immer das Highlight der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit. Elektrofahrzeuge kommen neu hinzu. Zur Zukunft der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit bei Automobilen sagte Dr. Stefan Schmerbeck, Leiter der Zukunftstechnologie der Volkswagen AG, dass China in Zukunft zu einem der führenden Elektrofahrzeughersteller werde. Alleine deshalb sei die Zusammenarbeit mit Chinas wettbewerbsfähigen Herstellern für Volkswagen sehr wichtig.

„China News Service“ berichtete, dass in China immer mehr deutsche Autohersteller Anstrengungen unternehmen, um sich auf dem „chinesischen-intelligenten“ Automarkt zu positionieren.

Am 22. Juni fand in Liuzhou in der Provinz Guangxi, einem wichtigen chinesischen Industriestandort für Automobilhersteller, das China-Germany Intelligent Manufacturing Development Forum statt. Chen Wei, Senior Executive VicePresident von Beijing Benz Automotive Co., Ltd., erklärte dort, dass das Unternehmen die Branche ständig modernisiere und fortschrittliche Produktionsanlagen und hochmoderne Produktionstechnologie nutze, um ein Big Data-Netzwerk-Ökosystem zu bilden und bei Logistik, Produktion und Management anzufangen, Lösungen für intelligente Fertigungssysteme zu realisieren.

Chen Wei sagte, dass in Bezug auf die Management-Digitalisierung Beijing Benz Automotive Co., Ltd.bereits im Jahr 2014 digitale Konzepte eingeführt und die Integration und digitale Transformation der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens verwirklicht habe. Darüber hinaus hat das Unternehmen einen Vier-Jahres-Entwicklungsplan ausgearbeitet, sich bemüht, die industrielle Modernisierung und Transformation zu fördern, und einen Maßstab für die intelligente Fertigung geschaffen.

Gu Yu, Leiter E-Mobility & EV Services BMW Brilliance Automotive Ltd., sagte, dass BMW (China) eine komplette Reihe von Entwicklungsplänen für die intelligente Reiseindustrie wie für Forschung und Entwicklung, Akkus, digitale Reisedienstleistungen und intelligente Ladestationenausgearbeitet hat.

Gu Yu gab bekannt, dass sich BMW (China) von einem Automobilhersteller zu einem innovativen Technologieunternehmen entwickelt hat. In Zukunft wird sich BMW (China) auf die Entwicklung von neuen Energien und Intelligenz konzentrieren und danach streben, Automatisierung, Vernetzung, Elektrifizierung und Sharing zu realisieren.

Einrichtung von Forschungs- und Entwicklungszentren als neue Highlights chinesischer Unternehmen in Deutschland

„China News Service“ berichtete, dass mit der Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft der Aufbau von Forschungs- und Entwicklungszentren nach und nach zu neuen Highlights für chinesische Unternehmen in Deutschland wurde. Laut KPMG haben 30% der befragten chinesischen Unternehmen Forschung und Entwicklung in Deutschland betrieben.

„Dies spiegelt die Aufwertung der Auslandsinvestitionen Chinas wider.“Zhang Hui, Managing Directorder NIO GmbH, glaubt, dass dieser Trend in der Zukunft noch stärker und mehr Formen neben Forschungs- und Entwicklungszentren und Designzentren annehmen wird. „In der Vergangenheit, als chinesische Unternehmen global ausgerichtet waren, dachte man mehr darüber nach, Chinas kostengünstige Produktion zu nutzen, um seine Produkte zu verkaufen. Heute brauchen wir eine umfassende Modernisierung der Industrie. Während des Going Global müssen wir darüber nachdenken, wie wir globale Forschungs- und Entwicklungsressourcen nutzen können, um den chinesischen Markt und den globalen Markt besser bedienen zu können.“

Laut „People's Daily“ zeigen die Zahlen, dass große chinesische Unternehmen mehr als 20 Forschungs- und Entwicklungszentren in Deutschland haben. Zum Beispiel gibt es das chinesisch-deutsche Forschungs- und Entwicklungszentrum für Bahn- und Verkehrstechnik des CRRC Institute in Dresden, das Global Energy Interconnection Research Institute Europe (GEIRI Europe) der State Grid Corporation of China in Berlin, das ZTE Design Center in München und ein Entwicklungszentrum der Ningbo Joyson Electronic Corporation in Stuttgart. Darunter befinden sich Staatsunternehmen, die auf Forschung- und Entwicklung setzen, und starke Privatunternehmen.

Wang Weidong, Gesandter Botschaftsrat der Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland, wies darauf hin, dass chinesische Unternehmen nach der Übernahme deutscher Unternehmen großen Wert auf Forschung und Entwicklung legen und viel Geld investieren, um die lokalen Forschungs- und Entwicklungsvorteile weiter zu konsolidieren. Beispielsweise nach der Übernahme der Preh GmbH baute die Ningbo Joyson Electronic Corporation für mehr als 10 Millionen Euro ein brandneues Forschungs- und Entwicklungszentrum, um das Potenzial der lokalen Talente und die Forschungs- und Entwicklungsressourcen optimal zu nutzen.

Wang Weidong wies darauf hin, dass chinesische Unternehmen in Deutschland Forschungs- und Entwicklungszentren einrichten, die die Vorteile von Forschung und Entwicklung in Deutschland vereinen - starke, innovative Forschungs- und Entwicklungsfähigkeiten, qualifiziertes Forschungs- und Entwicklungspersonal, rationale Industrieclustergestaltung, KMU-Entwicklung und kontinuierliche staatliche Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Die deutsch-chinesische Forschungs- und Entwicklungskooperation ist für beide Seiten vorteilhaft und hat eine breite Perspektive. Die Forschungs- und Entwicklungszentren arbeiten in immer mehr Gebieten, die Formen der Zusammenarbeit werden vielfältiger, die Vorteile beider Seiten werden effektiv miteinander verbunden und ein Win-Win erzielt.

Erschließung von Drittmärkten: Deutschland und China visieren Mittel- und Osteuropa an

Die gemeinsame Erschließung von Drittmärkten ist ein neuer Wachstumspunkt für die Kooperation zwischen China und Deutschland. Als Merkel Ende Mai China besuchte, betonte Li Keqiang, China und Deutschland sollten die Verbindung von Entwicklungsstrategien verstärken, ihre komplementären Vorteile voll ausspielen, Kooperationen auf Drittmärkten durchführen und erste Pilotprojekte in Mittel- und Osteuropa testen, um die Entwicklung beider Länder und weiterer Regionen zu fördern.

„China News Service“ berichtete, dass Li Keqiang als Antwort auf eine Frage zur Zusammenarbeit zwischen China und den Ländern Mittel- und Osteuropas („16+1 Kooperation“) sagte, dass die „16+1-Kooperation“ eine kooperative Plattform, die China und Mittel- und Osteuropa gemeinsam geschaffen haben, sowie ein wichtiger Teil und eine nützliche Ergänzung der Beziehungen zwischen China und Europasei. Die „16+1-Kooperation“ wird dazu beitragen, die gemeinsame Entwicklung Chinas und der mittel- und osteuropäischen Länder zu fördern, die Ungleichheiten innerhalb der EU zu verringern, eine ausgewogene Entwicklung zu realisieren und den europäischen Integrationsprozess voranzutreiben.

Li Keqiang wies darauf hin, dass sowohl China als auch die EU Unterstützer der Multipolarisierung in der Welt, Verfechter des Friedens und der Stabilität und Befürworter des Freihandels seien. China hat die europäische Integration immer mit Nachdruck unterstützt und ist der Ansicht, dass eine gemeinsame, stabile und prosperierende Europäische Union und ein starker Euro im grundlegenden Interesse Chinas liegen. Die „16+1-Kooperation“ wurde immer im Rahmen der Beziehungen zwischen China und der EU und den einschlägigen EU-Rechtsvorschriften durchgeführt. Sie ist offen und transparent. China und Deutschland können die sich ergänzenden Vorteile ihrer beiden Wirtschaften mit den Entwicklungsbedürfnissen der mittel- und osteuropäischen Länder kombinieren, eine Kooperation auf Drittmärkten durchführen und eine gute Situation gegenseitigen Nutzens und eines Win-Wins schaffen.

Dazu sagte Merkel auf dem Treffen, dass die „16+1-Kooperation“ eine nützliche Plattform für die Zusammenarbeit und förderlich für den Infrastrukturaufbau in Mittel- und Osteuropa sei. Die Vorteile der mittel- und osteuropäischen Länder und Chinas ergänzen sich, die Kooperation ist eine sinnvolle Ergänzung zum EU-internen Aufbau und spaltet die EU nicht. Die meisten Ländern in der „16+1-Kooperation“ sind Mitglieder der Europäischen Union. Deutschland stimmte zu, dass die entsprechende Zusammenarbeit den EU-Rechtsvorschriften folgt und zu gegenseitigem Nutzen und Win-Win führt.

In dieser Hinsicht analysierten Experten, dass Merkel öffentlich ihre Zustimmung und Unterstützung der „16+1-Kooperation“ aussprach und ein eher positives Signal sandte.

Yang Jiepu, Direktor des Chinesisch-Deutschen Kooperationszentrums der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, folgerte, dass „dies die bisher positivste Bewertung der deutschen Seite gegenüber 16+1 ist“. Yang Jiepu gab offen zu, dass die Zukunft in der Umsetzung läge. Er hofft, dass Deutschland die praktische Zusammenarbeit mit China in Mittel- und Osteuropa effektiv fördern, die gegenseitigen Vorteile ergänzen und die Entwicklung Mittel- und Osteuropas fördern kann.

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