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Chinas „Taobao-Dörfer“ schaffen über 840.000 Arbeitsplätze

2017-03-06 07:49:56 German.people.cn

Dank Internet und logistischem Ausbau reduziert sich die Abgeschiedenheit und wachsen die Entwicklungschancen chinesischer Dörfer. Alibabas Dorf-Taobao listet bereits 23.000 Orte.

Im „Taobao-Dorf“ Wantou in der Kreisstadt Boxing (Provinz Shandong) blüht der Handel mit traditionellen Strohflechtwerken, deren Online-Umsatz 2016 300 Millionen Yuan (41 Millionen Euro) erreichte. Das Dorf Shuanglongqiao (Provinz Sichuan) ist aufgrund der Verbindung von Dorftourismus, dem „Sterne-Niveau“ seiner Gästehäuser und E-Commerce bei in- und ausländischen Touristen beliebt.

Unter dem Begriff „Taobao-Dorf“ versteht man Dörfer, in denen die Zahl der aktiven Online-Läden mehr als zehn Prozent der Gesamtzahl der Haushalte ausmachen und der Jahresumsatz dieser Onlineshops mehr als 10 Millionen Yuan (1,37 Millionen Euro) beträgt. Die Entstehung der chinesischen Taobao-Dörfer symbolisiert die Wirtschaftsentwicklung auf dem Lande und die positive Einkommensentwicklung der Bauern.

Laut Statistiken des chinesischen Landwirtschaftsministeriums betrug 2016 das Online-Einzelhandelsvolumen mit landwirtschaftlichen Produkten 220 Milliarden Yuan (30 Milliarden Euro), was einer Steigerung von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Alibaba-Forschungsinstituts bezifferte die Zahl der „Taobao-Dörfer“ auf 1311, die geschaffenen Arbeitsstellen auf 840.000.

Nach Expertenmeinungen führten die Popularisierung des Internets und logistische Verbesserungen zu einer Verringerung lokaler Probleme wie Informationsmangel und schwache Infrastruktur. Zudem stieg das Entwicklungspotenzial abgelegener Regionen in Zentral- und Westchina sowie der dortige Konsumbedarf.

Die schwache Infrastruktur, niedrige Gehälter und mangelnde Wettbewerbsvorteile bleiben die wichtigsten Faktoren, welche die Entwicklung der ländlichen Gegend hemmen und zum Abfluss von Arbeitskräften führen. Das Online-Geschäft ist von elementarer Förderungsbedeutung für die Optimierung des ländlichen Marktumfelds, die Modernisierung der Industriestruktur und den Abbau des Arbeitskräfteuberschusses. Laut Statistiken kehren dank „Wohlstandsprojekten“ immer mehrDorfbewohner in ihre Heimatorte zurück. Dank der rasanten Entwicklung des ländlichen Online-Business sank die Anzahl der Abwanderungen innerhalb der ländlichen Bevölkerung um etwa 12 Millionen.

Politik und Markt sind die beiden Räder, welche die Entwicklung des ländlichen Online-Business vorantreiben. Das erste Zentralregierungs-Dokument des Jahres 2017 befasst sich mit der angebotsseitigen Strukturreform der Landwirtschaft und schlägt explizit die Förderung der weiteren Entwicklung ländlicher Online-Shops vor.

Andererseits setzen immer mehr Onlineshop–Firmen sowie traditionelle Unternehmen ihren Fuß ins ländliche Onlineshop-Business. Vor kurzem wurde ein Abkommen zur strategischen Kooperation zwischen der südwestchinesischen Provinz Sichuan und den Konzernen Alibaba sowie Ant Financial Services Group unterzeichnet.

Jack Ma, Vorstandsvorsitzender von Alibaba, sagte: „Bezüglich der ländlichen Onlinegeschäfte hoffe ich, dass Alibaba in Sichuan die lokalen Parteisekretäre und Bürgermeister mit einem Trainingsprogramm über ländliche Onlinegeschäfte versorgt.“ In Alibabas Dorf-Taobao sind bereits mehr als 23.000 chinesische Dörfer vertreten.

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