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Studie: Chinas Bevölkerung macht 65 Prozent der von Indien aus

2018-07-10 11:17:28 CRI

Ein chinesischer Experte hat ein Ende der bereits gelockerten Familienplanungspolitik gefordert. Nach seiner Einschätzung würde Chinas Bevölkerung bis 2050 nur 65 Prozent der Indiens ausmachen.

Die Bevölkerung der Volksrepublik sei seinen Forschungsergebnissen zufolge mittlerweile in eine Phase niedriger Fertilität eingetreten. Hinzu komme die stetige Alterung der chinesischen Gesellschaft, die weitere wirtschaftliche Entwicklung behindere. Daher seien tiefgreifende Reformen der sozialen Struktur unbedingt erforderlich. Als erster Schritt solle die langjährig praktizierte Familienplanung aufgehoben werden, sagte Yi Fuxian, Forscher an der University of Wisconsin-Madison, in einem Gespräch mit der Tageszeitung Global Times.

Selbst wenn China seine Geburtenrate von 1,2 beibehalten könnte (was unwahrscheinlich ist), würde Chinas Bevölkerungszahl im Jahr 2050 lediglich 65 Prozent und im Jahr 2100 sogar nur 32 Prozent der Indiens betragen, sagte Yi.

China hat im Jahr 1979 eine Familienplanungspolitik eingeführt und sie im Jahr 2016 durch eine revidierte Zwei-Kinder-Politik ersetzt.

Zhang Wieping, ehemaliger Direktor der Nationalen Kommission für Gesundheit und Familienplanung, teilte im November 2006 vor der Presse mit, dass die Ein-Kind-Politik in den vergangenen 30 Jahren schätzungsweise 400 Millionen Geburten verhindert habe.

Nach Auffassung von Yi Fuxian könnte Chinas Geburtenrate aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung unwillkürlich sinken, auch wenn das Land keine Familienplanungspolitik betreibe. Dabei verwies er auf entsprechende Zahlen aus dem Index für menschliche Entwicklung bei den Vereinten Nationen (HDI).

Der UNO-Index geht von drei Kriterien aus, nämlich Lebenserwartung, Bildung und Kaufkraftparität.

Yi sagte, der HDI-Index sei umgekehrt proportional zur Geburtenrate. In Indien hätte es niemals eine Familienplanungspolitik gegeben, dennoch sei die dortige Geburtenrate von 5,6 im Jahr 1970 auf 2,18 im Jahr 2017 gesunken. „Chinas HDI hat den indischen Index bei weitem übertroffen. Deshalb gehe ich davon aus, dass die chinesische Geburtenrate immer noch schneller als in Indien sinken würde, auch wenn China keine Familienplanungspolitik umsetzt, ", sagte Yi.

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