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Wohlstandskluft am Campus

2018-09-13 13:10:07 CRI

Die Tageszeitung „China Youth Daily " hat unlängst einen Beitrag veröffentlicht, in dem die große Wohlstandskluft zwischen Studienanfängern, die aus ländlichen Regionen kommen, und denen aus wohlhabenden städtischen Familien, beleuchtet wird. Der Artikel richtet ein besonderes Augenmerk auf die Frage: Ist dein sozialer Status von deinen Familienverhältnissen bestimmt?

Laut dem Artikel erhielt ein junger Mann namens Cui, der aus einem kleinen Dorf im Landkreis Huize in der südwestchinesischen Provinz Yunnan kam, eine Zulassungsbestätigung der renommierten Peking Universität, als er noch bei einer Baustelle mit seinen Eltern den Mörtel mischte. Er erhielt zugleich einen anderen Brief von einem Bekannten aus seiner Heimat, der im vergangenen Jahr sein Studium an der Peking Universität abgeschlossen hatte. Im Schreiben hieß es: „Es gibt nach wie vor Probleme, die man trotz fleißigen Studierens nicht lösen kann. Wir verkörpern immer noch Millionen von Wanderarbeitern".

Universität ist leider kein isolierter Elfenbeinturm, sondern eher ein Inbegriff des gesellschaftlichen Lebens Chinas, wo eine Kluft zwischen Studenten unterschiedlichen Familienstands erkennbar wird. Studenten, die aus ärmeren Familienverhältnissen stammen, erhielten Zulassungen von den Top-Unis durch ihre harte Arbeit. Dennoch stellen sie umgehend fest, dass sie hinsichtlich der Lebensgewohnheiten am Campus von ihren wohlhabenden Studienkollegen geringgeschätzt werden. Während die Studenten aus wohlhabenden Familien an verschiedenen Klubaktivitäten teilnehmen, müssen die ärmeren in ihrer Freizeit ihre Ausgaben durch Teilzeitbeschäftigungen decken.

Die Wohlstandskluft am Campus wirkt sich Experten zufolge zusehends auf die Werte, Aktivitäten und sogar den Geisteszustand der Studenten aus. Allein an der Peking Universität fühlen sich 50 Prozent der insgesamt 135 Befragten, die finanzielle Unterstützung von der Uni bekamen, mangelhaft an Selbstvertrauen und sozial schwach.

Das immer größer werdende Wohlstandsgefälle am Campus hat inzwischen bei den Bildungsbehörden große Aufmerksamkeit ausgelöst. Ressourcen und Knowhow wurden bereits mobilisiert, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Zugunsten benachteiligter Studenten sollten mehr Unterstützungseinrichtungen etabliert werden. Dabei gehe es nicht nur darum, sie aus ihren finanziellen Schwierigkeiten zu befreien, sondern vielmehr darum, ihnen zur Einbindung ins Campusleben und zur Beteiligung an gesellschaftlichen Aktivitäten zu verhelfen.

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