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Die alte Frau und der Alligator: She Shizhen und ihre „Kinder

2019-02-11 06:34:55 CRI

Der China-Alligator lebt seit etwa 200 Millionen Jahren auf der Erde und wird deswegen als „lebendes Fossil" bezeichnet. Wie die Pandabären zählt er zu den bedrohten Tierarten in China. Inzwischen leben nur noch etwa 150 Exemplare in freier Wildbahn, ein großer Teil davon in der ostchinesischen Provinz Anhui.

Für die Bewohner vom Dorf Zhangcun in der Stadt Xuancheng ist das Geräusch sehr vertraulich. Es ist das Gebrüll eines Alligators. Auf der Insel im Stausee oder im Röhricht des Dorfes tritt man dieses Reptil häufig an. Hier befindet sich eine der 21 Schutzstellen innerhalb des Nationalen Schutzgebietes für wilde Alligatoren in Anhui.

She Shizhen und ihre vier Söhne leben am Wasser. Redet man vom „Erddrachen", wie das Tier im Volksmund genannt wird, leuchten plötzlich die Augen der schlichten alten Frau.

„1982 lag eine Alligatorin mehrere Eier auf einer Insel im See. Mein jüngster Sohn hat sie gesehen, als er im Wasser badete. Er sagte dem Papa, dass er ein Nest von Schlangeneiern gesehen habe. Der Papa ging der Sache sofort nach und erklärte dem Kleinen, es handle sich dabei nicht um Schlangen sondern um Erddrachen. Wir müssen sie schützen. So hat unsere Arbeit begonnen."

Die „Schlangeneier", wie sie der Junge nannte, wurden sofort von Experten geprüft. Der Papa hatte Recht. Eine Schutzstelle wurde errichtet. She Shizhen und ihr Mann wurden von der Regierung beauftragt, die Alligatoren in der Gegend zu schützen.

Jedes Mal, wenn die Tiere bei äußerst trockenem Wetter Eier legen oder ausbrüten, geht She Shizhen ihr Zuhause im Gras gießen. Dort muss sie auch ein Nest bauen, um die Eier und die Alligator-Babys vor jeglichen Bedrohungen zu schützen. She sagte uns, die Tiere seien ihre „Kinder im Wasser".

„Alle Tiere auf der Erde haben ihre eigenen Besonderheiten. Alligatoren sind auch Lebewesen, so wie die Menschen. Sie attackieren die Menschen nicht, anders als die Alligatoren in anderen Ländern. Wir müssen sie schützen, sonst versündigen wir uns an ihnen. Es gibt zu wenige von ihnen auf der Erde. Ihre Überlebensrate ist zu gering."

Die alte Frau teilte uns mit, ein Weibchen lege jedes Jahr etwa Mitte Juli ihre Eier, in der Regel etwa 50 Stück. Jedoch sei es schon sehr selten, dass zehn davon am Ende überleben. Durch die sorgsame Betreuung leben zurzeit etwa 20 Alligatoren in der Nähe der Schutzstelle von She Shizhen. Sie will diese Verantwortung unbedingt an ihre Nachkommen weitergeben, sagte She.

„Ich sagte meinem ältesten Sohn, du bist jetzt auch über 60. Ich habe dir beigebracht, wie man die Tiere schützt. Du musst nun auch deinem Sohn beibringen. Wir müssen diese Arbeit und diese Verantwortung fortführen. Damit dürfen wir nie aufhören."

Um dieses seltene Tier vom Aussterben zu retten, gibt sich die chinesische Regierung die größte Mühe. In dem 19.000 Hektar großen Naturschutzgebiet in Anhui leben nun ungefähr 15.000 künstlich gezüchtete China-Alligatoren.

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