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Konkurrenz oder Kooperation - Die chinesische und die US-amerikanische Filmbranche

2019-05-15 11:25:47 CRI

Es ist mehr als ein Jahrhundert her, seitdem der erste chinesische Film gedreht worden ist – eine Aufnahme der Peking Oper „Die Schlacht von Dingjunshan" im Jahr 1905. Heute hat das Wachstum der chinesischen Filmindustrie ein ungeheures Ausmaß angenommen. Dazu sagte der amerikanische Regisseur Rob Minkoff:
„Wir haben beobachtet, wie atemberaubend der Ansturm auf die chinesischen Kinokassen in den vergangenen zehn Jahren gewachsen ist. Und ich denke, dass alle Filmemacher aus der ganzen Welt offensichtlich sehr daran interessiert sind, Geschichten zu erzählen, die das chinesische Publikum ansprechen würden."
Im vergangenen Jahr wurden über neun Milliarden US-Dollar an den chinesischen Kinokassen eingespielt. Einige Experten sind sogar der Meinung, dass der aufstrebende chinesische Filmmarkt den Trend des dominanten Stils des amerikanischen Kinos verändert hat.
Brian Connors ist ein amerikanischer Schauspieler und Regisseur. Er spricht über die Konkurrenz zwischen den beiden Märkten.
„In Sachen Showbusiness sind die Vereinigten Staaten sicherlich sehr wettbewerbsfähig. Und ich bin sicher, dass es auch in China so ist. Es gibt also immer einen Wettbewerb. Das ist nicht schlecht. Wettbewerb kann gut sein und zu immer besserer Arbeit führen. Und der gesamte Kuchen der Branche wird immer größer gemacht."
Diese Meinung teilt James Su, Vorsitzender des chinesisch-amerikanischen Filmfestivals, aber nicht.
„Es ist weder ein Rennen noch ein Wettbewerb. China könnte Hollywood mit seiner 5.000 Jahre alten Zivilisation und den vielen Geschichten aus dem chinesischen Volk anziehen. Und China sollte mehr über Strukturen und Regulationen erfahren, wie sie in Hollywood für das Management von Filmprojekten zur Anwendung kommen. Wenn beide Märkte gut miteinander zusammenarbeiten und sich miteinander verbinden würden, könnten sie der ganzen Welt mehr Filme von höherer Qualität präsentieren."
Die moderne globalisierte Welt eröffnet jungen Filmemachern aus beiden Staaten neue Chancen. Die Branchenexperten sind sich einig, dass jungen Filmemachern, insbesondere der in den 80er und 90er Jahren geborenen Generation, mehr kostenlose Bildung und mehr Arbeitsplätze geboten werden, als früheren Generationen.
Die chinesische Schauspielerin Wu Yanyan hat an den Dreharbeiten von mehreren amerikanischen Filmproduktionen mitgewirkt. Seit ihrer Rückkehr in die Volksrepublik arbeitet sie als Direktorin der China Film Foundation – ein Fond für junge talentierte Filmmacher, der nach dem bekannten chinesischen Regisseur Wu Tianming benannt wurde.
„Früher erhielten Drehbuchautoren selten eine kostenlose Ausbildung. Aber heute ist das anders. Wir haben beispielsweise mehrere Wohltätigkeitsprojekte organisiert, zu denen wir erfahrene Spitzenautoren auf der ganzen Welt eingeladen haben, um junge Talente auszubilden. Sie fangen langsam an, das Gelernte in ihrer Schreibpraxis anzuwenden. Meine Organisation bildet in der Regel jährlich etwa 200 junge Drehbuchautoren aus."
Wu teilt uns ferner mit, ausgewählte Kurzfilme der Auszubildenden würden demnächst in Cannes in Frankreich gezeigt werden. Sie fügt hinzu, dass damit den jungen chinesischen Filmemachern eine Möglichkeit geboten wird, ihren Horizont zu erweitern.
Brian Connors stellt uns sein laufendes Filmprojekt vor, das ebenfalls der jungen Generation neue Möglichkeiten eröffnet.
„In meinem jüngsten Film „Senior Entourage" habe ich nicht nur fünf Stars sondern auch viele junge Leute gecastet. Es ist also eine Mischung, ein multikultureller Mix aus Alter, ethnischer Herkunft und Sprache. Und ich denke, darin liegt der Trend und es ist ein guter Weg. Wenn wir alle zusammen Filme machen, werden sich die Menschen besser verstehen. Und ich glaube, das ist der Weg in die Zukunft."

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