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Geheime Frühlingsfest-Regeln: Bloß nicht in neuen Hausschuhen zum Friseur gehen!

2018-02-13 09:18:19 CRI

Ganz Beijing ist schon mit roten Laternen und roten Scherenschnitten geschmückt. Plüschhunde sind allgegenwärtig, Rot ist die Farbe des Frühlingsfestes und der Hund ist das Tierkreiszeichen, dessen Herrschaft im Neuen Jahr beginnt.

Aber neben dem Offensichtlichen gibt es geheimnisvolle Riten und ungeschriebene Gesetze voller Magie. Diese früher mündlich überlieferten Gesetze findet man heute – na klar – alle auf Wikipedia.

Kauft man ein neues Paar Hausschuhe noch im alten Jahr und trägt es dann vom ersten Neujahrstag an, soll das Glück bringen, weil „altes Reden und Gerüchte" abgestreift würden, heißt es auf der Online-Enzyklopädie.

Schuhe während der Neujahrestage zu kaufen, soll dagegen Unglück bringen, weil das Wort für Schuh (鞋子, xiézi) so ähnlich klingt wie das chinesische Wort für schlecht, böse und ungesund (邪, xié).

Auf diese alten Regeln angesprochen, antworten die chinesischen Kollegen, dass sie noch nie etwas von Glück oder Pech bringenden Schuhen gehört hätten. Auch den ebenfalls im Internet erwähnten Brauch, mit süßem Essen das neue Jahr zu versüßen, kennen sie nicht.

Irrt Wikipedia oder ist China einfach zu groß und zu vielfältig, als dass jeder Chinese alle Bräuche kennen könnte?

Auf Wikipedia heißt es: „Das Haus für das neue Jahr zu putzen, damit das Glück gleich am ersten Tag Platz findet."

Super, Volltreffer! Kollege Zheng, der aus Südchina stammt, kennt diesen Brauch. Von den anderen hat er aber noch nie etwas gehört. Auch im Nordosten werde das mit dem Putzen so praktiziert, sagt Kollege Li.

Das Haus putzten: Ja! Aber soll man sich selbst auch auf Vordermann bringen? Was sagt dazu das schlaue Buch? Das chinesische Wort für Haar (髮 / 发, fà) klingt so ähnlich wie das Wort für Wohlstand (發 / 发, fā). Deshalb soll man während der Feiertage nicht zum Friseur gehen, weil dieser den Wohlstand buchstäblich abschneiden würde.

In Nordchina sage man, so Kollege Kong, wenn man im ersten Monat des neuen Jahres sich die Haare schneiden lasse, sterbe der Bruder der eigenen Mutter.

Die Kollegen sind nun mit ihrem Festtagslatein am Ende. Über weitere Mysterien wissen sie nichts zu berichten. Ich versuche es außerhalb des Büros.

Herr Zhang gibt gerne Auskunft, wie mein Kollege kennt auch er das Haarschneide-Tabu:

„Normalerweise darf man im ersten Monat des Neuen Jahres das Haar nicht abschneiden. Denn Überlieferungen zufolge wird dann der Onkel mütterlicherseits sterben. Ich persönlich nehme keine Rücksicht auf diese veraltete Sitte und würde mein Haar im ersten Monat abschneiden lassen. Von dem Zusammenhang mit dem Reichtum habe ich nie gehört."

Laut der unendlichen Weisheit des Internets tritt das Glück während des Festes gerne herein, wenn Fenster und Türen geöffnet sind. Ob sich Langfinger auch davon eingeladen fühlen, wird nicht erwähnt.

Licht in der Nacht brennen zu lassen, soll dem Glück den Weg ins Haus leuchten und böse Geister abschrecken.

Frühlingfest-Feiernde sollten weiße oder schwarze Kleidung vermeiden, nennt Wikipedia einen weiteren Brauch, da Schwarz die Farbe des Unglücks sei und Weiß traditionell bei Beerdigungen getragen werde.

Allgemeiner Brauch ist es, weiß der Autor selbst, Jiaozi, also gefüllte Teigtaschen (auch als Dumpling bekannt), zu essen. Diese sind zum Teil mit Münzen versehen.

Frau Ji sagen die Vorschriften über die Kleidung nichts. Sie sagt aber, dass während der Feiertage Frauen gerne Rot tragen würden. Den Brauch mit den metallenen Fremdkörpern in der Maultasche kennt sie auch:

„Es war eine alte Sitte, eine Münze in die Füllung von Jiaozi zu legen. Heutzutage wird diese alte Sitte kaum noch praktiziert, obwohl Jiaozi weiterhin gegessen werden. Nur ein ganz kleiner Teil von Leuten praktiziert diese alte Sitte mit den Münzen, denn es macht Kinder froh. Bei uns in Südchina wird aber kein Jiaozi gegessen. Stattdessen essen wir eine üppige Festtagsmahlzeit mit Reis."

Ob Fegen am ersten Neujahrstag Glück bringt und Bücher verschenken während der Festlichkeiten Unheil, erfahren Sie in einem Jahr. Bis dahin seien Sie etwas vorsichtig, wenn Sie in eine Maultasche beißen. Münzen verheißen zwar Reichtum, aber erst mal muss der Zahnarzt bezahlt werden.

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