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Aus Weltraumschrott wird Internet der Dinge

2017-12-12 10:18:32 German.people.cn

Wenn Trägerraketen einen Satelliten in die Umlaufbahn bringen, gelangt ihre abgetrennte Oberstufe mit in den Weltraum. Chinesische Wissenschaftler haben sie mit Chips ausgestattet und so in eine intelligente Anwendungsplattform umgewandelt.

Ein von der Fudan-Universität in Shanghai durchgeführtes Programm installierte mehrere intelligente Chips auf der Oberstufe der Langer Marsch-4C Rakete, die im November den Satelliten Fengyun-3D in die Umlaufbahn gebracht hat.

Zhen Lirong, leitender Wissenschaftler des Programms an der Fudan-Universität, sagte, abgetrennte Raketenstufen würden bei Raketenstarts den größten Anteil an Weltraumschrott ausmachen. Durch die Installation mehrerer Chipsysteme auf der Rakete habe das Team die Anfangsphase eines weltraumbasierten Internets der Dinge (IoT) geschaffen.

Er erklärte, die Trägerrakete werfe eine Stufe ab, wenn der Treibstoffvorrat aufgebraucht sei, um die Masse zu verringern. Die Oberstufe der Rakete werde zusammen mit der Nutzlast in die Umlaufbahn gebracht.

„Mit den befestigten Chips kann Weltraumschrott in ein kostengünstiges wissenschaftliches Experiment sowie eine Kommunikationsplattform umgewandelt werden“, sagte er.

Zhengs Team benötigte zwei Jahre, um die funktionellen Module und die Hardware für die „Nanosatelliten“ zu entwickeln. Jeder Satz an Funktionsmodulen wiegt weniger als 30 Gramm.

Das Team hat das intelligente Chipsystem „Xinyun“ genannt, was so viel bedeutet wie Chipwolke.

IoT-Lösungskonzepte sind im täglichen Leben bereits weit verbreitet und reichen von tragbaren Geräten über fahrerlose Fahrzeuge bis hin zu GPS-Tracking von Beweidung. Zheng sagte, aktuelle Anwendungen würden häufig auf Probleme wie Datenstaus und langsame Übertragungsgeschwindigkeiten treffen, insbesondere in abgelegenen und unterversorgten Gebieten. Mit der Entwicklung des weltraumbasierten Netzwerks könnten diese Bereiche besser bedient werden.

„Das System kann den Weltraum, die Luft, den Boden und die Ozeane zu geringen Kosten verbinden. Es kann zudem als nützlicher Versuch zur Bewältigung des ungelösten Problems im Umgang mit Weltraumschrott angesehen werden“, sagte Jia Yaqiu, Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Programmbeauftragter.

Zheng ergänzte, dass das Team immer noch die Funktionen des Systems teste und die Spuren des Weltraumschrotts analysiere.

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