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Peter Becker – Ein Deutscher setzt sich für Chinas Umweltschutz ein

2017-10-11 11:42:22 CRI

Chinas Wirtschaft entwickelt sich in einer rasenden Geschwindigkeit. Doch blieb die Umwelt dabei lange außer Acht. Die Folgen: verschwindende Ressourcen und Smog. Nun geht die Regierung aktiv gegen die Umweltverschmutzung vor. Unterstützt wird sie dabei auch von einem Deutschen.

Peter Becker arbeitet bereits seit über 20 Jahren in Beijing. Doch war er sich nicht immer sicher, ob er in China bleiben sollte. Dass die Regierung seit einigen Jahren effektiv gegen die starke Luftverschmutzung vorgeht, hat ihn bei seiner Entscheidung zu bleiben stark beeinflusst. So hat die chinesische Regierung im Jahr 2014 zum Beispiel die strengsten Umweltvorschriften der Geschichte veröffentlicht. Becker erklärt:

„Jetzt glaube ich, dass der Zeitpunkt gekommen ist in China, dass es hier sehr großen Chancen gibt in der Anwendung und Verbrennung von Biomasse, um Energie und Wärme und Strom zu erzeugen."

2016 zog Peter Becker mit seiner Familie in den Süden Chinas, um als CEO für die österreichische Polytechnik Luft- und Feuerungstechnik GmbH, einer der weltweit bedeutendsten Anbieter von Feuerungsanlagen für biogene Brennstoffe, zu arbeiten. Das Unternehmen hat sich in der Sino-German Metal Eco City (MEC) in Jieyang in der Provinz Guangdong niedergelassen. Der vom chinesischen Ministerium für Industrie und Information genehmigte chinesisch-deutsche Kooperationspark wird von drei Industriebereichen dominiert: Energieeinsparungen und Umweltschutz, Produktion progressiver Anlagen und Metallproduktion. Die MEC will ein umweltfreundliches Entwicklungsmodell und den Aufbau einer führenden Plattform für Umweltschutz fördern. Dies hat viele Umweltschutz-Unternehmen aus China und dem Ausland angezogen. Peter Becker sagt, in China sei Kohle derzeit der Hauptkraftstoff und das führe zu der starken Luftverschmutzung. Bei Biomasse würden vor allem Holzabfälle, Agrarabfallstoffe, Nussschalen und Exkremente verbrannt. Diese seien nicht nur erneuerbar sondern auch umweltfreundlich und es bestünden geringe Produktionskosten.

„Verbrennung von Biomassen erfordert eine spezielle Technik und nur wenige Unternehmen in der Welt beherrschen diese Technik. Davon ist Polytechnik eine dieser Hersteller. Weil die Biomasse neben den vielen Vorteilen, die sie bietet – weil sie eben nachwächst, weil sie immer verfügbar ist – hat auch einige Nachteile in der Umwandlung in Wärme. Weil es gibt unterschiedliche Biomassen, die Biomassen haben meistens einen relativ hohen Feuchtigkeitsgehalt und einen Wassergehalt und es bedarf einer sehr ausgefeilten und guten Technologie, um diese Biomassen wirklich problemlos zu verbrennen.

Das Streben nach einer extensiven Steigerung des Bruttoinlandsprodukts führt unweigerlich zu Umweltverschmutzung. Peter Becker zufolge hat auch Deutschland diese Phase durchlebt. Die chinesische Regierung hat das Problem entdeckt und ergreift aktive Maßnahmen. Erste Auswirkungen sind bereits spürbar. Im Jahr 2014 wurde eine Neufassung des Umweltschutzgesetzes durch das Ständige Komitee des Nationalen Volkskongresses verabschiedet. Das neue Gesetz beinhaltet starke Innovationen und strenge Maßnahmen, sodass es als das strengste Umweltschutzgesetz der Geschichte angesehen wird. Becker erklärt, strenge Überprüfung und Kontrolle seien sehr wichtig. Aber es sei außerdem notwendig, dass die Bürger ihr Umweltschutzbewusstsein verstärkten.

„In Deutschland kann ich mich erinnern, vor vielen Jahren, als dieser Umweltschutzgedanke begann, da wurde immer gesagt: ‚Der Umweltschutz fängt bei jedem an". Das heißt, es sollte nicht nur die Regierung Regeln und Gesetze aufstellen, die dann befolgt werden müssen, sondern es müsste mehr ins Bewusstsein auch jedes Menschen gehen, auch jedes Chinesen gehen. Er muss selbst anfangen, vielleicht mit seinem Verhalten, mehr zum Umweltschutz beizutragen."

In seinen über 20 Jahren in China hat Peter Becker die Veränderungen der Volksrepublik persönlich miterlebt. Und diese Veränderungen teilt er auch seinen Freunden und Verwandten mit. Becker sagt:

„Ich betrachte mich eigentlich immer als ein Botschafter Chinas. Wenn ich also zurück nach Deutschland komme und mit deutschen Freunden diskutiere, stelle ich fest, dass dort oft ein falsches China-Bild besteht. Das wird durch Presse auch teilweise falsch dargestellt. Da ist es jetzt gerade auch in Bezug auf Umweltschutz – weil das auch mein persönliches Thema ist – dass ich immer meinen deutschen Freunden und Bekannten sage, China tut unglaublich viel. Man hat jetzt erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Seit 2014 gibt es das neue Umweltschutzgesetz. Es wird nicht nur das Gesetz umgesetzt, sondern es wird auch kontrolliert. Zum ersten Mal. Sodass sehr strenge Kontrollen stattfinden, sodass Umweltsünder, die zu starke Emissionen zum Beispiel noch haben, die über den Vorschriften liegen, die sind gezwungen ihre Anlagen stillzulegen. Das sind die Dinge, die ich immer erwähne. Dass ich sage, hier wird jetzt wirklich sehr viel getan, um die Situation zu verbessern."

Text von Li Qian

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