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Mit Fahrrad-Sharing gegen den Stau

2017-10-12 10:55:47 CRI

China war einst ein Reich der Fahrräder. Aber mit der stetig steigenden Zahl der Autos sind Staus in vielen chinesischen Städten zu einem großen Problem geworden. Regierungen und Unternehmen suchen daher nach einer Lösung. Und vielleicht haben sie eine gefunden: das Fahrrad-Sharing.

Eines der zahlreichen Fahrräder der Fahrrad-Sharing-Unternehmen wird mit einer App geöffnet. Nach der Fahrt wird das Fahrrad einfach abgeschlossen und steht für den nächsten Nutzer bereit. Bezahlt wird ganz einfach mit dem Handy, etwa 0,5 bis ein Yuan für 30 Minuten, das sind etwa sieben bis 13 Eurocent.

Zwei Frauen wählen gerade in der Nähe einer U-Bahn-Station in Beijing Fahrräder aus. Sie erzählen zu ihren Erfahrungen:

„Früher lief ich rund 15 bis 20 Minuten zum Büro. Nun brauche ich mit einem Fahrrad nur fünf oder sechs Minuten."

„Mit dem Fahrrad brauche ich rund zehn Minuten, aber mit dem Bus sind es über 40 Minuten."

Viele Personen nutzen auf dem Weg zur Arbeit inzwischen U-Bahn oder Bus und die gemieteten Fahrräder. In signalgrellen Farben wie Gelb, Orange, Grün und Blau stehen die Räder fast an jeder Straßenecke. Die Anbieter Mobike, Ofo und Bluegogo dominieren den Markt. Xia Yiping, Mitbegründer und CTO von Mobike, sagt:

„Fahrrad-Sharing hat die Adern des Stadtverkehrs bereichert. Wir haben unser Produkt für eine Strecke von einem bis drei Kilometer entworfen. Fünf Kilometer gehen auch. Tatsächlich bewegen sich die meisten Nutzer mit unseren Rädern innerhalb von drei Kilometern."

Im April 2017 hat Mobike das Weißbuch über die Entwicklung von Fahrrad-Sharing und Stadt 2017 veröffentlicht. In dem Weißbuch heißt es, Autofahrten hätten Ende 2016 29,8 Prozent des gesamten Personenverkehrs ausgemacht. Nur 5,5 Prozent der Menschen nutzten Fahrräder. Seitdem Fahrrad-Sharing aufgetreten ist, ist die Nutzung des Fahrrads auf 11,6 Prozent gestiegen. Die Fahrten mit dem Auto sind unterdessen auf 26,6 Prozent gesunken.

Die Daten des Fahrrad-Sharing helfen auch bei der wissenschaftlichen Stadtverwaltung. Die Anbieter können die Position und den Zustand des Rads in Echtzeit überprüfen und effektiv kontrollieren. Diese Daten übermitteln auch Informationen wie Zeit, Ort, Wetter, Verkehrsfluss und Verkehrsbesonderheiten.

Trotz des bequemen und umweltfreundlichen Services ist das willkürliche Abstellen der Fahrräder ein schwer kontrollierbares Problem. Beijing will dies durch einen sogenannten „elektronischen Zaun" lösen. Festgelegte Abstellorte werden auf einer elektronischen Landkarte gekennzeichnet und das GPS der Fahrräder zeigt, ob sie am richtigen Ort abgestellt wurden. Ein Techniker im Beijinger Chaoyang-Bezirk stellt vor:

„Wir überwachen das Abstellen der Fahrräder im Hintergrund. Wir senden die Daten auch an die Unternehmen. So können die Anbieter durch Coupons oder die Erhöhung der Kreditwürdigkeit ihre Nutzer dazu ermutigen, die Räder ordentlich abzustellen."

Außerdem müssen die Anbieter die Sicherheit und Interessen der Nutzer berücksichtigen. Viele Anbieter haben ihre Kunden bereits gegen Unfälle versichert. Ofo-Betriebsmanager Gao Shaopeng sagt:

„Kunden, die bei Unfällen verletzt werden, können bei uns einen Antrag auf die Erstattung der Behandlungskosten stellen. Es werden bis zu 10.000 Yuan RMB zurückgezahlt. Bei einer Behinderung oder einem Todesfall werden bis zu 500.000 Yuan RMB erstattet."

Fahrrad-Sharing-Unternehmen entwickeln sich in China derzeit sehr schnell. Mit den immer reifer werdenden Technologien und Betriebsweisen suchen die Anbieter auch im Ausland nach neuen Märkten. Seit Ende 2016 sind Mobike und Ofo auch in Singapur, den USA und Großbritannien verfügbar und finden dort ebenfalls großen Zuspruch.

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