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Restaurantbesuch in China – So geht's

2017-11-14 10:34:08 CRI

Wer in China ins Restaurant eingeladen wird, kann sich glücklich schätzen. Ob scharfe, fettige Sichuan-Küche aus Südwestchina oder leichte Küche aus der Küstenprovinz Zhejiang – ein Besuch im Restaurant ist ein kulinarisches Erlebnis. Also hereinspaziert, nicht wundern: Der Geräuschpegel im Lokal ist enorm. Wenn nicht aus mehreren Fernsehern gleichzeitig Seifenopern plärren, dann werden zumindest die Gespräche auf voller Lautstärke geführt. Lautstark nach dem Kellner zu rufen – „Fuwuyuan!" – ist daher notwendig und keineswegs verpönt. Der Fuwuyuan bringt die Karte, eine Karte wohlgemerkt, und wartet mehr oder weniger ungeduldig am Tisch darauf, dass die Gäste ihre Bestellung abgeben.

Wer zum Essen Bier trinken möchte, dem wird diese Frage gestellt: „Zimmertemperatur oder eisgekühlt?" – denn tatsächlich trinken viele Chinesen das Bier nicht so gerne „bing", also aus dem Kühlschrank. Ob kalt oder warm – heruntergestürzt wird das Bier unter vielen freudigen „gan bei"-Rufen. Das heißt so viel wie: „Trink, bis das Glas trocken ist", zu Deutsch: „Auf ex!"

Ein Getränk, das in keinem Fall fehlen darf, ist heißes Wasser. Das steht bereits auf den Tischen oder wird in dampfenden Kannen gebracht.

Nach und nach kommen die Speisen aus der Küche und werden in die Mitte des Tisches gestellt. Man beginnt zu essen, wenn die ersten Gerichte eingetroffen sind. Einen Startbefehl, wie „guten Appetit" gibt es nicht. Am ehesten heran kommt „Qing man yong, übersetzt etwa: „bitte langsam essen". Jeder Gast bedient sich nach Herzenslust von den verschiedenen Gerichten, natürlich mit Stäbchen. Das kann bei aalglatten Liangpi Nudeln, wabbeligem Mapo Tofu oder glitschigen Mu-Err Pilzen für Anfänger zur Herausforderung werden. Kleckern ist jedoch kein Fauxpas in China. Genauso wenig, wie lautstarkes Schlürfen, Rülpsen oder das Reden mit vollem Mund. Fischgräten, Knochen oder sonstiges Unverdauliches wird einfach neben den Teller gespuckt. Diese Gepflogenheit führt dazu, dass sich im Laufe des Essens ganze Berge von Essensresten auf dem Tischtuch auftürmen. Erst nach dem Ende der Mahlzeit rückt dann eine Kolonne von Kellnern mit Schaufeln und Eimern an, um diese abzuräumen.

In der Regel gibt es warme und kalte Speisen, Fisch, Fleisch, Suppe, Gemüse, Obstplatten und in jedem Fall mehr, als die Gäste essen können. Das ist Absicht. Bleibt nichts übrig, dann bedeutet das schließlich, dass zu wenig bestellt wurde und die Gäste nicht satt wurden. Übrigens: Wer glaubt, dass Reis zu einem chinesischen Essen dazugehört, kann lange warten. Auch nach mehrfachem Nachfragen wird Reis, wenn überhaupt, erst gegen Ende der Mahlzeit serviert. Aller Wahrscheinlichkeit nach, ist man dann aber bereits mehr als satt. Nachtisch oder Kaffee gibt es in China nicht. Der letzte Schritt ist also das Begleichen der Rechnung. Allerdings nicht, bevor der halb scherzhaft, halb ernstgemeinte Streit ausgefochten wurde, wer bezahlen „darf". Man sollte sich nicht zu schnell geschlagen geben, doch in der Regel bezahlt der, der ins Restaurant geladen hat. Wichtig: Trinkgeld wird in China nicht gezahlt. Na dann, alles richtig gemacht. Bis zum nächsten Mal. Zaijian!

Text: Johanna Wolff

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