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„Coco - Lebendiger als das Leben!"

2017-12-07 09:41:51 CRI

Zu den großen Themen der Disney-Filme gehören das Anderssein, die unbeschwerte Kindheit, Abenteuer, großen Reisen, Familie, Tiere und natürlich Fantasiewelten.

Die Kreativen von Pixar haben all diese Themen bei „Coco - Lebendiger als das Leben!" zu einem optischen Meisterwerk verarbeitet.

In einer mexikanischen Großfamilie, die Schuhe in einer eigenen Manufaktur herstellt, ist die Musik verpönt, seit der Ururgroßvater einst für eine Karriere als Mariachi-Sänger Frau und Kind scheinbar im Stich ließ. Der Musikant ist längst tot und das Kind von damals ist heute die im geflochtenen Rollstuhl sitzende Uroma Coco, die Namensgeberin des Films. Coco droht, langsam ihren Vater zu vergessen, an den nur ein Familienfoto erinnert, aus dem sein Kopf herausgerissen wurde.

Vergessen wollen die Mexikaner ihre Toten aber nicht, deshalb feiern sie auch die Tage der Toten, die Día de Muertos. Während dieses Volksfestes sollen die Toten zurückkehren, um mit ihren Angehörigen zu feiern. Dieser fröhlich unverkrampfte Umgang mit den Verstorbenen und mit dem Tod gibt dem Animationsfilm einen morbiden, aber kindgerechten Charme. Angst hat hier niemand vor den Toten. Angst haben höchstens die Toten vor den Lebenden, wenn diese am falschen Platz sind. Aber dazu später mehr.

Die Großfamilie, die von der rüstigen Oma Abuelita angeführt wird, ächtet also wegen der Missetat des Vorfahren alles, was mit Musik zu tun hat. Der Jüngste, Miguel, leidet sehr darunter, denn er hat den Mariachi-Rhythmus im Blut. Der Zwölfjährige hat sich sogar eine Gitarre gebaut. Er übt heimlich vor dem Porträt seines Idols, des Stars Ernesto de la Cruz. Auch De la Cruz ist schon lange tot.

Als Miguels Leidenschaft für die Musik auffliegt, lassen die Arbeiter vor Schreck die Schuhe in der Schleifmaschine los und die Schuhe fliegen in die Decke, wo sie steckenbleiben. Oma Abuelita zerstört schließlich wütend die selbstgebastelte Gitarre des Jungen.

Miguel möchte aber unbedingt an einem Talentwettbewerb teilnehmen. Dafür leiht er sich die Gitarre seines toten Sängeridols De la Cruz. Klar, dass das nicht ohne Folgen bleibt. Miguel wandelt plötzlich in einer Zwischenwelt, unsichtbar für die Lebenden, aber sichtbar für die Toten und auch für seinen Hund. Schnell haben ihn die lieben verstorbenen Verwandten entdeckt. Er lernt auch Ururgroßmutter Imelda kennen, auf die der Musik-Bann zurückgeht, und den liebenswerten Hector, der ein Geheimnis verbirgt.

Bei den fröhlichen Geistern handelt es sich ausnahmslos um Skelette. Meist mit kunstvoll verzierten Totenschädeln, mal mit Schnurrbart, oft mit Haaren, mal mehr und mal weniger bekleidet.

Dieser Disneyfilm offenbart seine Klasse in liebevollen Details und skurrilen Szenen. Beim Wechseln der Welten müssen die Geister Kontrollen und Zoll passieren und zum Beispiel ihre Grabgaben deklarieren. Nur, dessen Angehörige ein Bild des Verstorbenen aufgehängt haben, der wird durchgelassen.

In der Geisterwelt gibt es eine Seilbahn, einen alten Bahnhof und traumhafte Wohnquartiere. Es tummeln sich dort Drachen und andere bunte Kreaturen, einige sehen aus wie Pokemons, andere wie geflügelte Raubkatzen. Ein Augenschmaus.

In Zeichentrickfilmen wird fast immer gesungen und getanzt. Hier passt es ausnahmslos mal zu 100 Prozent, da es ja um Musik geht.

Miguel muss schnell seine frevelhafte Tat rückgängig machen, denn er verändert sich unheimlich. Vor einem versöhnlichen disyneyhaften Ende steht eine Odyssee, in der die Zuschauer erfahren, wie sich ein Skelett als Aktmodell macht, wozu ein Knochenmann die eigenen Knochen im Kampf benutzen kann, was mit den vergessenen Toten passiert und, dass es auch im Paradies Arschlöcher gibt.

Nach diesem schönen Film möchte man gleich ein paar Geschichten über die toten Verwandten erzählen, auf dass sie nie vergessen werden.

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