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Muttertag: Ein importierter Feiertag findet in China Anklang

2018-05-14 13:21:09 German.people.cn

Viele Chinesen haben sich Gedanken darüber gemacht, was sie ihren lieben Müttern zum Muttertag schenken könnten. Doch nur sehr weniger wissen, dass der Muttertag ein westlicher Feiertag ist.

Die moderne Version des Muttertags entwickelte sich während des frühen 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten, obwohl auch viele andere Länder eigene Feste zu Ehren ihrer Mütter haben.

Mit einer fortschreitenden Internationalisierung, kam der Feiertag auch nach China und fand weitläufigen Anklang. Er wird frühestens seit den 1980er Jahren in China gefeiert. In den letzten Jahren wurde dieser Tag mehr und mehr durch E-Commerce-Plattformen, die ihre Spezialpakete und Rabatte anwerben, kommerzialisiert.

Doch wie ist es einem von außen importiertem Feiertag gelungen, solche Akzeptanz in der chinesischen Gesellschaft zu finden?

Chinas lange Geschichte der kindlichen Pietät

In der konfuzianischen Philosophie, meint kindliche Pietät das Verständnis für den Respekt gegenüber der älteren Generation. Die traditionelle chinesische Kultur hat die kindliche Pietät stets gepflegt. Die chinesischen Philosophien, einschließlich des Konfuzianismus und des Taoismus, haben jeweils ihre eigene Version der kindlichen Pietät und widmen dieser eine große Wichtigkeit bei.

Im Laufe der chinesischen Geschichte entstanden viele Geschichten und Fabeln, die von großen Müttern berichten. Beispielsweise hat beinahe jedes chinesische Kind schon einmal von Mencius‘ Mutter gehört, die drei Mal umziehen musste, um ihrem Sohn die besten Lebensbedingungen und Bildungsmöglichkeiten bieten zu können. Dieser wuchs zu einem der anerkanntesten chinesischen Philosophen heran und ist unter den Chinesen auch als der “2. Weise” bekannt, der hinsichtlich seiner Bedeutung und Wichtigkeit für die Prägung der chinesischen Kultur direkt nach Konfuzius kommt.

Der Gedanke einer bedingungslosen mütterlichen Liebe und Hingabe ist zudem ein sich wiederholendes Thema innerhalb chinesischer Literatur, insbesondere in altertümlichen Gedichten. Eines der bekanntesten Gedichte stammt von Meng Jiao, einem Dichter der Tang-Dynastie (618-907), dessen Werk, “Song of the Parting Son”, immer noch zu der Pflichtlektüre chinesischer Jugendlicher gehört.

Eine Blume für die chinesischen Mütter

Neben geschichtlichen und kulturellen Prägungen besitzt China zudem seine eigene Blume, die speziell für Mütter ist.

Heutzutage gelten Nelken weltweit als die perfekten Blumen für Mütter und einige Chinesen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, ihren Müttern anlässlich des Muttertages einen Strauß Nelken zu schenken. Doch nur wenige wissen, dass China seine eigene Blume für Mütter hat, nämlich die Tiger-Lilie.

In China hat diese Blume noch einen weiteren Namen, “die Nepenthes”, denn Chinesen glauben, dass diese Blume die Eigenschaft besitzt, Leute glücklich zu machen und sie all ihre Sorgen vergessen zu lassen. Früher gab es den Brauch, Tiger-Lilien im hinteren Garten zu pflanzen bevor man sich auf die Reise in die Ferne begab. Die Hoffnung hinter diesem Brauch war, somit die mütterliche Sehnsucht nach ihrem Kind zu stillen.

Sollte China seinen eigenen Muttertag haben?

In den vergangenen Jahren gab es gelegentlich Debatten zu dem Thema, ob China nicht seine eigene Version des Muttertags haben sollte. Einige finden, dass der zweite Tag des vierten Mondmonats, also der Geburtstag der Mutter des Philosophen Mencius, als der chinesische Muttertag gelten sollte.

Dennoch gibt es auch andere Stimmen, die sagen, dass es engstirnig sei, einen importierten Feiertag wie den Muttertag abzuweisen.

“Der Respekt und die Liebe gegenüber den Eltern können auf unterschiedliche Art und Weise ausgedrückt werden, das ist mehr als ein Feiertag auszudrücken vermag”, argumentieren Gegner. “Es ist die Liebe die zählt und nicht der Feiertag selbst.”

Ungeachtet der Vielfalt von Geschenken und Werbeaktionen, reicht Müttern doch eigentlich nur ein einfaches Zeichen, das ihnen die Liebe ihrer Kinder zeigt.

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