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Dankesschreiben an Bibliothek von Dongguan – Ein Wanderarbeiter aus Hubei rührt Chinas Netizens

2020-06-30 09:04:59 CRI

Wu Guichun hat 17 Jahre lang in Dongguan gelebt, einer Stadt in der südchinesischen Provinz Guangdong. Der Wanderarbeiter aus der zentralchinesischen Provinz Hubei konnte aufgrund der COVID-19-Pandemie aber keine Arbeit mehr finden, da viele Fabriken in Dongguan geschlossen werden mussten, was zu einem drastischen Rückgang der Beschäftigungsmöglichkeiten geführt hat. Er entschloss widerwillig, in seine Heimat zurückzugehen.

Vor seiner Abreise gab Wu seine Lesekarte der Bibliothek von Dongguan zurück und hinterließ ein Dankesschreiben in ihrem Gästebuch. In dem Abschiedsbrief erinnerte sich Wu an die schöne Zeit, die er beim Lesen in der Bibliothek verbracht hat. Er schrieb: „17 Jahre lang bin ich in Dongguan gewesen. Zwölf Jahre lang habe ich die Bibliothek besucht. Bücher machen Menschen vernünftig. Sie bringen nur Vorteile und können uns nicht schaden. Die Pandemie hat in diesem Jahr viele Fabriken zwangsgeschlossen, wodurch es weniger Arbeitsmöglichkeiten für Wanderarbeiter gibt, weshalb sie nach Hause zurückgehen. Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, war die Bibliothek der beste Ort. Ich möchte mich nicht von der Bibliothek verabschieden, aber das Leben hat mich dazu gezwungen, die Stadt Dongguan zu verlassen. Ich werde die Bibliothek nie vergessen. Ich hoffe sie bleibt ein Ort, an dem Wissen blüht und ich hoffe, dass sie mit ihrem Wissen sowohl der Stadt Dongguan als auch den lokalen Wanderarbeitern zugutekommen kann.“

Als die Bibliotheksverwaltung das Schreiben sah, machte es ein Foto und veröffentlichte es online mit dem Kommentar: „Danke. Wir freuen uns immer auf Ihren nächsten Besuch!“

Das zugehörige Hashtag auf dem chinesischen Mikroblog Weibo wurde inzwischen über 100 Millionen Mal aufgerufen und unzählige Male kommentiert.

Obwohl Wu Guichun ein Wanderarbeiter ist und durch COVID-19 in eine schwierige Position versetzt wurde, hat seine Leidenschaft fürs Lesen und sein Wissensdrang viele Netizens tief beeindruckt. Sie schrieben unter anderem: „Ganz egal, wie sich die Situation ändert, es gibt immer Menschen, die nach dem Licht am Ende des Tunnels suchen.“ „Die Bibliothek ist einer der wenigen Orte, wo alle gleichberechtigt sind. Egal, welche soziale Identität man hat, kann man dort immer Zugang zu den Gedanken großer Menschen finden.“

Viele hoffen, dass Wu Guichun auch in Zukunft in Dongguan bleiben und in der Bibliothek lesen kann. „COVID-19 hat viele Wanderarbeiter in die Arbeitslosigkeit getrieben. Ich hoffe, dass alle dieses schwierige Jahr überbrücken können“, hieß es in einem Kommentar auf Weibo.

Wu Guichun hat als Wanderarbeiter bereits in vielen chinesischen Städten gearbeitet, ließ sich am Ende aber in Dongguan nieder. Das Geld, das er dort verdiente und zurücklegte, konnte seine Familie unterhalten und seinem Kind ermöglichen, die Graduiertenschule zu absolvieren. Er erklärt: „Ich möchte meine Lesekarte nicht zurückgeben und von der Bibliothek Abschied nehmen. Ich bin auch nicht bereit, die Stadt zu verlassen. Dongguan ist eine Stadt mit Inklusivität. Jeder in dieser Stadt kann gleichberechtigt die kostenlosen kulturellen Dienstleistungen genießen, was mich bereichert hat.“

Nachdem Wus Verbundenheit und Liebe zu Dongguan im ganzen Land Aufmerksamkeit erregt hatte, half ihm die Lokalregierung dabei, eine Stelle als Reinigungskraft in einem Wohnviertel in der Stadt zu bekommen.

Wu Guichun ist nun beruhigt und freut sich bereits auf weitere Besuche in der Bibliothek: „Ich werde weiterhin aufmerksam Bücher lesen. Das ist alles, was ich tun kann, um mich bei der Stadt Dongguan zu bedanken.“ Jeder solle mehr Bücher lesen, um ein guter Mensch zu werden, der zum Wohle des Staates und Volkes beitragen könne, so der Wanderarbeiter weiter.

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