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Chinesisches Kino in Europa

2016-03-18 17:51:53 CRI

Chinesische Filme, die innerhalb eines Jahres in deutschen Kinos laufen, kann man etwa an einer Hand abzählen. Meistens handelt es sich dabei nicht um Blockbuster, sondern um Nischenfilme, die es beispielsweise über die Berlinale in Europa zu einem Namen gebracht haben. So geschah es beispielsweise mit „Feuerwerk am helllichten Tage" von Regisseur Diao Yinan, der damals den Goldenen Bären gewann.

Gegen solche Filme ist ja zunächst nichts einzuwenden, sie locken aber wohl nicht den Großteil des Publikums ins Kino. Es sollen nun also auch chinesische Blockbuster regelmäßiger in den europäischen Kinos laufen. Bisher beschränkten sich solche Vorstellungen auf Sonderabkommen beispielsweise durch Cinemaxx. In ausgewählten Kinos konnte man sich so zum Beispiel den chinesischen Erfolgsfilm „The Monkey King 2" im Kino ansehen.

Bald soll auch die chinesische Produktion „Ip Man 3", ein Martial-Arts-Film, der momentan mit mutmaßlich gefälschten Zuschauerzahlen in China von sich reden macht, mit Boxlegende Mike Tyson als Bösewicht in einigen wenigen deutschen Kinos zu sehen sein.

Das ist alles ein bisschen wenig. Deshalb haben die Media Group Nouvelles D´Europe und das chinesische Medienunternehmen Zhongwen Hangzhou ein Rahmenabkommen über die Verbreitung von chinesischen Filmen in Europa unterzeichnet. Die beiden Seiten werden sich für den Aufbau eines Zentrums für die Verbreitung und Herausgabe chinesischer Filme in Europa einsetzen. Spezielle Kinos für chinesische Filme sollen entstehen. Zudem sind Dokumentarfilme geplant mit speziell europäischen Zuschauern als Zielgruppe. Was zunächst wie Bildungskino klingt, birgt aber bereits weniger intellektuelle Pläne: Als erste Kooperation ist die Komödie „Lost in Europe" geplant.

Aber hinter dem hier ausgeheckten Plan steckt dann auch wiederum eine größere Mission: Auf amüsante Weise sollen Konflikte zwischen verschiedenen Kulturen, Emotionen zwischen Auslandschinesen und Europäern und die Landschaft in Europa präsentiert werden, heißt es. Das klingt alles verdächtig nach Bildungsauftrag…und ein wenig so, als hätte man sich mit dem Filmgeschmack des europäischen Filmpublikums – man mag davon halten, was man will – nicht wirklich auseinandergesetzt.

Text: Emilie Cherlet

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