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Red Amnesia

2016-09-02 10:17:57 de.china-info24.com

Der Frankfurter Verlag Guang Hua Media GmbH zeigt am 14. September 2016 um 19:30 Uhr und am 18. September 2016 um 17:00 Uhr in acht CineStar-Kinos in acht deutschen Städten das Drama "Red Amnesia" vom Silberner Bär-Gewinner Wang Xiaoshuai in Originalvertonung mit englischen Untertiteln. Der Film markiert den Schlusspunkt von Wang Xiaoshuais Kulturrevolution-Trilogie und setzt sich inbsesondere mit den Konsequenzen auseinander, die diese Epoche bis heute für das Leben der einfachen Bevölkerung hat.

Rezension zu "Red Amnesia"

In dem Film „Red Amnesia“ von Wang Xiaoshuai geht es um die alleinlebende Seniorin Deng Meijuan, die sich nach dem Tod ihres Mannes ihrer dunklen Vergangenheit stellen muss. Deng erhält immer wieder Anrufe, bei denen ein mysteriöser, namenloser Gesprächspartner schweigend am anderen Ende der Leitung wartet. Anfangs will ihr niemand glauben, weder Polizei noch ihre Familie. Sie versucht sich jeden Tag um ihre Familie zu kümmern, doch mit ihrer übertriebenen Fürsorge fällt sie ihnen nur zur Last. Die Belästigungen weiten sich aus: Als Deng sich eines Tages ein gemütliches Fußbad macht, fliegt plötzlich ein Backstein durch das Fenster. Niemand ist zu hören, nichts ist zu sehen und eine Nachricht trägt das Wurfeschoss auch nicht. Ihre beiden Söhne Bing und Jun vermuten, dass die mysteriösen Telefonanrufe und der Backstein zusammenhängen. Aus Angst, dass ihr jemand schaden will, bieten die Söhne ihrer Mutter an, dass sie bei ihnen wohnt, doch das lehnt sie vehement ab. Schließlich beginnt ein junger Fremder die alte Frau Deng zu verfolgen, ohne seine Absichten klarzustellen. Die Spuren des Stalkers führen in die Vergangenheit, wo Deng eine folgenschwere Entscheidung treffen musste.

Der Film ist ein Familiendrama mit einem typischen Generationenkonflikt zwischen alt-traditionell und modern-rational, das die komplexen Beziehungen innerhalb der Familie herausstellt. Im Film wird immer wieder der schwere Verlust thematisiert, den die alte Frau hinnehmen musste, und ihre Unwilligkeit und Unfähigkeit, sich von ihrer Last zu befreien. Gleichzeitig rückt das Verhalten der restlichen Familie ins Zentrum, die zwar gute Absichten hat ist, aber letztlich Deng Gefühle nicht wahrhaftig nachfühlen kann.Den ganzen Film über herrscht eine angespannte und bedrückende Atmosphäre. Man merkt schnell, dass die Vergangenheit die Gegenwart der alte Frau Deng überschattet, ohne dass der Grund dafür offenbar wird. Gegen Ende des Films wird die Situation aufgeklärt und ein Bezug zur Kulturrevolution hergestellt.

Der Film ist sehr sehenswert, besonders für Chinainteressierte, aber es ist auch für jeden Laien leicht zu verstehen. Es wird kein besonderes Vorwissen vorausgesetzt, da die historischen Zusammenhänge im Verlauf des Films leicht verständlich erklärt werden. Die Kulturrevolution ist zwar nicht das große Thema des Films, aber dennoch ein wichtiger und interessanter Bestandteil. Zentraler sind hier der Generationenkonflikt, die kulturellen Aspekte und die Gefühle, die das Verhalten der einzelnen Figuren lenken. Die späte Auflösung der Situation sorgt dafür, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Auch wird die Atmosphäre des Films nicht durch unnötige, laute und vielleicht störende musikalische Untermalung zerstört, welche dem Film das Mysteriöse genommen hätte . Den Film über wird Hochchinesisch gesprochen und ist damit auch für die meisten Zuschauer, die sich mit Chinesisch beschäftigen, zu verstehen.

Alberto Barbera, Direktor der Internationalen Filmfestspiele von Venedig, sagte: „Dies ist ein sehr gelungenes Werk. Die brillante weibliche Hauptdarstellerin (Lü Zhong) spielt ihre Rolle sehr ausdrucksstark und mit viel Gefühl. Gleichzeitig ist der Film selbst ebenfalls sehr emotional, weswegen nicht nur Filmkritiker ihn mögen werden. Ich denke, die Zuschauer werden ihn auch mit großem Interesse verfolgen. Die Erzählstruktur des Films ist sehr raffiniert, er wirkt sehr mysteriös und die Zuschauer versteht nur langsam die Gründe, die hinter der ganzen Anspannung stehen. Die ist wirklich ein hervorragendes Werk. Das Ende des Films ist besonders erschütternd und hinterlässt einen tiefen Eindruck bei den Zuschauern.“

Nachricht von Regisseur Wang Xiaoshuai auf Weibo

Liebe Zuschauer,

Dies ist vielleicht das beste Zeitalter für kommerzielle Filme und gleichzeitig vielleicht auch das schlechteste Zeitalter für nachdenkliche Filme.

„Red Amnesia“ ist mein 12. Film und brachte nicht nur für mich viele unvorhersehbare Überraschungen. Ich widmete mich den brillanten Schauspielern und meiner Frau, der Produzentin. Sie sind die für mich wertvollen „Eindringlinge“ (eine Anspielung auf den chinesischen Titel des Films), in meinem Leben und ich fühle mich eng mit ihnen verbunden. Dieser Film ist eine erneute von mir persönliche Reflektion der chinesischen Geschichte und Realität. Ein Regisseur braucht keine Zuschauer, die wegen seiner Gefühle Tickets kaufen, und er muss den Zuschauern auch nicht erkären, was er alles in den Film investiert hat und was er dafür bekommen hat, sondern er muss den Zuschauern nur einen sehenswerten, amüsanten, faszinierenden und geschmackvollen Film bieten können. Ich bin der Meinung, es geschafft zu haben. Während der Voraufführung erhielt der Film viel Lob von den Zuschauern, was mir Zuversicht gab. Die derzeit gute Situation auf dem chinesischen Filmmarkt ermöglicht die große Diversität an Filmen. Ich dachte, der Film könnte um den 5. Mai, Tag der Arbeit, herum genug Platz auf dem Markt haben, aber die schwierige Situation und die begrenzte Anzahl der Vorführungen in den Kinos entsprachen dann doch nicht ganz meinen Vorstellungen.

Ich glaube, gestern Abend verbrachten die Organisatoren, welche die ganze Zeit viel Mühe in die Vorführung von „Red Amnesia“ investierten, eine schlaflose Nacht, so wie ich auch. Ich befinde mich nun in Changsha, der unterhaltsamen Hauptstadt der Provinz Hunan, und sehe in die Augen der vielen Menschen der Sendung „Manguo Dajiangtang“ auf Hunan TV. Ich möchte ihnen sagen: Obwohl ich nur so ein kleines Licht bin, möchte ich trotzdem die Menschen den Film sehen lassen, die ihn auch sehen möchten. Denn meine Kollegen haben mir erzählt, dass trotz der schlechten Umstände der Umsatz sichtlich höher ist als von anderen Filmvorführungen. Das soll heißen, im heutigen China gibt es immer viele Zuschauer, von denen ich mir erhoffe, dass sie nicht immer die gleichen Filme anschauen gehen. Liebe Zuschauer, bitte unterstützt mich weiterhin!

Wang Xiaoshuai

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