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Übernahme von Krauss Maffei: Größte chinesische Investition in Deutschland

2016-01-14 23:01:34 de.china-info24.com

Ein Erwerb, der die „Deutsche Industrie 4.0” und „Made in China 2025” noch enger zusammenschweißt.


Die Nachrichtenseite des Shanghaier „The Paper” berichtete, dass ChemChina am 11. Januar bekannt gab, 925 Mio. Euro für den Erwerb des Kunststoffmaschinenkonzerns Krauss Maffei an den kanadischen Investor Onex gezahlt zu haben. Dies ist die bisher größte Investition Chinas in Deutschland nach der Übernahme des Betonpumpenherstellers Putzmeister Anfang 2012.

Krauss Maffei zählt zu den weltweit führenden Gummi- und Kunststoffherstellern und wird als „Rolls-Royce” in der Branche angepriesen. Seine Dienstleistungen erstrecken sich von Spritzguss und Extrusion über komplette Fertigungstechniken. Aus diesem Grund besitzt Krauss Maffei in dieser Branche exklusive Charakteristika. Der Vorstandsvorsitzende von ChemChina Ren Jianxin sagte: „Durch die Übernahme dieses weltweit führenden Kunststoffmaschinenkonzerns mit 178-jähriger Geschichte beschleunigt man das Produkt-Portfolio und die Geschäftsintegration von China National Chemical Equipment Co., Ltd. und geht damit in Führung bei der Realisierung des Ziels „Made in China 2025”. Gleichzeitig ist es auch eine praktische Umsetzung von „ Ein Gürtel, eine Straße” und „internationaler industrieller Zusammenarbeit”. Ren Jianxin verriet, dass man das Management und die Mitarbeiter von Krauss Maffei übernehmen werde und „die gegenwärtigen Unternehmensstrukturen bewahrt würden”. Es würden keine Aktivitäten aus Deutschland nach China abgezogen. Zudem würden Arbeitsplätze in Deutschland aufgebaut werden. Zurzeit beschäftigt Krauss Maffei weltweit 4.500 Mitarbeiter, darunter 2.800 in Deutschland.

ChemChina ist Investitionsexperte bei Auslandsübernahmen. Informationen der offiziellen Internetseite verdeutlichen, dass ChemChina zuvor bereits acht in ihren Branchen führende Unternehmen aus Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien usw. erfolgreich erwarb, inklusive dem „Prada unter den Reifenherstellern” Pirelli. Darüber hinaus besagen einige Nachrichten, dass sich ChemChina darauf vorbereite, das erstklassige Agrochemie-Unternehmen Syngenta zu kaufen. „Das Angebot könnte fast 3 Mrd. RMB betragen.”

Mit Bezug auf den konkreten Kaufprozess gab die Qingdao Tianhua Institute Chemistry Engineering Company Limited bekannt, dass die ChemChinas Tochtergesellschaft Tianhua Institute of Chemical Machinery & Automation und China National Chemical Equipment Co., Ltd. über das in Deutschland errichtete Projekt-Unternehmen am 9. Januar ein „Abkommen zum Verkauf der Geschäftsanteile” mit Munich Holdings II Corporation S.à.r.l, an welcher das kanadische Unternehmen Aktienanteile besitzt, unterzeichnet haben. Damit erhielt ChemChina 100% der Aktienanteile des unter Onex laufenden Krauss Maffei.

Das 1838 gegründete Unternehmen Krauss Maffei besitzt drei große Marken: Krauss Maffei, Krauss Maffei Berstorff und Netstal, welche für die Herstellung von Spritzgießmaschinen und Verfahrenslösungen bekannt sind. Über das Dienstleistungsprojekt der besonderen Markennamen von Krauss Maffei, Krauss Maffei Berstorff und Netstal können besonders Kunden der Automobilindustrie, der Verpackungsindustrie, der Medizintechnischen Industrie, Industriearchitektur und anderer Branchen sowie Herstellern von Elektroautos, Elektrogeräten und Haushaltsgeräten Dienstleistungen angeboten werden. Der Hauptsitz dieser Firmen wird immer in München bleiben.

Konzernchef der Krauss Maffei Group Frank Stieler sagte: „ChemChina hat eine strategische und langfristige Vision. Seit vielen Jahren bewahren wir einen engen Austausch und eine enge Zusammenarbeit. Werden wir ein Teil von ChemChina, so prophezeien wir eine deutliche Zunahme der Wachstumsgeschwindigkeit, besonders in China und Asien. In Deutschland und Europa wird man auch weiter wachsen.” Nach Ansicht Stielers drehe sich der chinesische Markt zu mehr Qualität. Deswegen seien chinesische Firmen und der neue chinesische Eigentümer an technologisch und wirtschaftlich sich gut entwickelnden Unternehmen in Deutschland und Europa interessiert. Mit dem Know-how könne die Produktion in China ausgebaut werden und neue Kunden gefunden werden.
In den vergangenen letzten Jahren realisierte Krauss Maffei ein kräftiges Wachstum. 2014 betrug das Verkaufsvolumen 1,11 Mrd. Euro, einem Anstieg um 10% zum Jahr 2015.

GUOXIN International Investment Corporation Limited und AGIC Capital handeln mit Aktienbeteiligungen an diesem Projekt. Auf der offiziellen Internetseite definierte sich AGIC Capital selbst als „ersten Fonds für eine globale grenzüberschreitende Übernahme, der Industrie 4.0 zum Investitionsobjekt macht”. 

Dieser Erwerb benötige noch die Überprüfung und Bestätigung durch in- und ausländische Anti-trust-Organisationen und sich damit beschäftigenden Aufsichtsorganisationen. Aus diesem Grund gibt es noch keine Gewissheit.

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