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Wird Sansha zu einer Steueroase Chinas?

2016-11-24 08:49:26 German.people.cn

Die Stadt Sansha der Provinz Hainan liegt auf der Insel Yongxing im Südchinesischen Meer und wurde erst 2012 gegründet. Am Dienstag gab Feng Wenhai, stellvertretender Bürgermeister von Sansha, gegenüber Medien bekannt, dass sich insgesamt 16 der 500 weltgrößten Unternehmen in Sansha registriert haben, was dem geschäftsfreundlichen Investitionsumfeld der Stadt geschuldet sei.

Laut Feng hat die Stadt bereits 157 registrierte Unternehmen mit einem Gesamtkapital von mehr als drei Milliarden Yuan (410 Million Euro) angezogen. Die Unternehmen sind dabei in unterschiedlichen Sektoren tätig, einschließlich Landwirtschaft, Finanzen, Tourismus und Luftfahrt.

Im März dieses Jahres hat Han Fangming, ein Mitglied der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes, vorgeschlagen, die Insel Yongxing in einen globalen Offshore-Finanzplatz für Unternehmen zu verwandeln. Aber ist die Stadt Sansha wirklich dafür qualifiziert, zu einem globalen Offshore-Finanzplatz für Firmenregistrierungen zu werden?

Bei den derzeit existierenden Offshore-Finanzplätzen und Steueroasen handelt es sich meist um ehemalige Kolonien oder jetzige Überseebesitzungen von Industrieländern. Sie verfügen im Allgemeinen über relevante umfassende Gesetzgebung und Infrastruktur. Darüber hinaus bieten sie ein vereinfachtes Registrierungsrecht und diesbezügliche Verfahren sowie ein günstiges Steuerrecht.

Derzeit lockt Sansha viele Unternehmen hauptsächlich durch seine günstige Steuer- und Registrierungspolitik an. Obwohl sich die Stadt nach ihrer Gründung vor vier Jahren rasch entwickelt hat, ist die Infrastruktur noch unzureichend. Auch der freie Kapitalfluss mit China kann derzeit noch nicht realisiert werden. Die Volksrepublik wird erst allmählich den Kapitalmarkt öffnen. Darüber hinaus mangelt es Sansha auch an der nötigen Gesetzgebung und Finanzmechanismen.

Angesichts dieser Faktoren wird Sansha in absehbarer Zeit keine Steueroase werden, aber nichtsdestotrotz eine Oase im Südchinesischen Meer bleiben.

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