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Frankfurt veranstaltet Gedenkfeier anlässlich des 80. Jahrestages des Massakers von Nanjing

2018-01-02 15:16:25 de.china-info24.com

Am 13. Dezember fand die Gedenkfeier anlässlich des 80. Jahrestages des Massakers von Nanjing und die Ausstellung historischer Dokumente, kultureller Relikte und Fotografien von Zeugenaussagen der Überlebenden des Nanjing-Massakers statt. Die Gedenkfeier wurde gemeinsam vom Jiangsu-IHKW e.V., dem NJUAAG e.V., der SEA-ETT und der Nouvelles d’Europe veranstaltet und von der Federation of Jiangsu Returned Overseas Chinese und dem Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt am Main unterstützt.

Die Geschichte der Unterdrückung des chinesischen Volkes ist Vergangenheit

Sun Ruiying, Konsulin des Generalkonsulats der VR China in Frankfurt, sagte auf der Gedenkfeier, dass die japanischen Aggressoren vor 80 Jahren 300.000 ihrer Landsleute mit noch nie dagewesener Brutalität abgeschlachtet haben. Dies war ein entsetzliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die historischen Dokumente des Nanjing-Massakers wurden in die Liste des UNESCO-Weltdokumenterbes aufgenommen, damit niemand diese Zeit jemals wieder vergisst. Leider mussten sie feststellen, dass es bei der Aufarbeitung dieser Kriegsverbrechen einen massiven Unterschied zwischen Japan und Deutschland gibt.

Sie sagte: „Seit Beginn der Reform und Öffnung vor 40 Jahren hat sich Chinas Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie, Landesverteidigung und nationale Stärke bis an die Weltspitze gekämpft. Chinas Status in der Welt hat sich signifikant verbessert. Mit Stolz kann man sagen, dass die chinesische Nation nie wieder so eine Phase der Unterdrückung erleben wird. Heute sind wir bei dieser Gedenkfeier an das Nanjing-Massaker zusammengekommen, um an unsere durch japanische Hand gefallenen Landsleute zu gedenken. Wir gedenken auch den ausländischen Soldaten und Freunden, die gemeinsam mit China gegen die Aggressoren gekämpft und ihr Leben geopfert haben. Wir schwören, dass die chinesische Nation die Geschichte niemals vergessen, ihrer Märtyrer gedenken, Frieden bewahren und eine bessere Zukunft schaffen wird.“

Die Nachfahren des „guten Deutschen“, der 250.000 Nanjinger Bürgern das Leben rettete

Als die japanischen Truppen die chinesische Bevölkerung so grauenhaft abschlachteten, streckten viele ehrliche Leute aus dem Ausland ihre Hand zur Hilfe aus. Der damalige Geschäftsführer der Siemens-Niederlassung in Nanjing, John Rabe, blieb in Nanjing und richtete eine vier Quadratkilometer große Schutzzone ein, in der er 250.000 Chinesen das Leben rettete. John Rabes Enkel Thomas Rabe nahm an der nationalen Gedenkfeier in Nanjing teil. Der Gedenkfeier in Frankfurt ließ er ein Grußwort zukommen, in dem er sagte, dass der humanitäre Verdient seines Großvaters ein Beispiel für ihn und seine Familie sei. „Die Familie Rabe und China sind über vier Generationen eng miteinander verbunden. Der Kontakt begann mit meinem Großvater John Rabe. Mein Vater Otto Rabe lebte ebenfalls 14 Jahre lang in China. Ich selbst habe engen Kontakt zu China und mein Sohn Maximilian Rabe, der jüngsten Generation, hat bereist ein Jahr lang Chinesisch gelernt. Die ehrenhaften Verdienste meines Großvaters sollen in ihm weiterleben.“

Im Buch Der gute Deutsche von Nanking wird noch ein anderer Deutscher, Dr. Georg Rosen, erwähnt, der dem chinesischen Volk während des Krieges geholfen hat. Dr. Rosen war damals Sekretär der deutschen Botschaft. Während des Nanjing-Massakers riskierte er sein Leben und kehrte von Shanghai nach Nanjing zurück, um zusammen mit John Rabe eine Schutzzone einzurichten und den Opfern zu helfen.

Auch ein Enkelkind von Dr. Georg Rosen war bei der Gedenkfeier anwesend. Er sagte, dass er in seiner Kindheit oft die Geschichten seines Großvaters gehört habe. Durch einige Dokumente und Aufzeichnung kam er in Kontakt mit dieser historischen Periode Chinas und Nanjings. Sein älterer Bruder und seine Cousine lernen auch seit vielen Jahren Chinesisch und arbeiten in diesem Forschungsgebiet.

In einem Interview erzählte Rosen: „Wenn es keine Geschichte gibt, dann gibt es auch kein richtiges Bewusstsein für die Gegenwart. Die Geschichte der Vorfahren lässt die Nachfahren die Traditionen fortführen und hilft den Nachfahren, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen und die richtige Position zu wahren. Die Geschichte des Landes liegt in unserer Verantwortung. Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges ist für Deutschland ein schwere Last, die getragen werden muss. Geschichte lässt Menschen Dinge überdenken. Die Gedenkfeier anlässlich des 80. Jahrestages des Massakers von Nanjing erinnert die Menschen daran, ihre Vergangenheit nicht zu vergessen.“

Japan erkennt Geschicht nicht an

Der Vorsitzende des Jiangsu-IHKW e.V. Wang Ronghu teilte sein Erlebnis mit den Gästen. In den 90er-Jahren hörte er einen japanischen Kollegen bei Sony sagen, „das Nanjing-Massaker sei nur einseitige Propaganda Chinas“ und „die Japaner seien während des Zweiten Weltkrieges nur nach China gekommen, um zu helfen“. Als er vor 10 Jahren durch München reiste, verspottete ihn ein Japaner und sagte, „wenn China sich Japan nicht widersetzt hätte, dann hätte Japan China beim gesellschaftlichen Aufbau helfen können“.

Er sagte: „Die Verbreitung der historischen Fakten des Nanjing-Massakers ist ein Kampf gegen falsche Worte und Taten und soll den Frieden wahren. Wir hoffen, dass durch die Gedenkfeiern im Ausland mehr Menschen dem Massaker von Nanjing Beachtung schenken, damit Chinas Erinnerungen zu weltweiten Erinnerungen werden und die Welt Chinas großen Beitrag und riesige Aufopferung für den Weltfrieden versteht.“

Wir müssen im Ausland das Schweigen brechen

Dr. Michael Borchmann, ehemaliger Abteilungsleiter des Landes Hessen für Europa- und internationale Angelegenheiten, sagte, dass die Menschen hier das Nanjing-Massaker anders im Gedächtnis behalten haben als die Chinesen. „Ich muss gestehen, wenn ich zuvor nicht diese Karriere eingeschlagen hätte, die mich so eng mit China verbunden hat, dann würde ich eventuell auch nur wenig über das Massaker in Nanjing wissen. Über den Krieg in Asien wäre uns allenfalls noch der Atombombenabwurf auf Nagasaki im Gedächtnis geblieben.“

Erst bei seiner Recherche im Internet stieß er auf Aufzeichnungen über die Gräueltaten der japanischen Truppen. Das Blutbad und die Vergewaltigungen durch die japanischen Truppen, wie der „Wettkampf“ unter zwei japanischen Offizieren, die mit Bajonetten 100 Chinesen getötet haben, haben ihn zutiefst erschüttert. „Vielleicht wurden die Beteiligten nach der Kapitulation Japans dafür verantwortlich gemacht, aber dennoch herrscht im Ausland breites Schweigen. Man kann diese beispiellosen Gräueltaten nur immer wieder ins Gedächtnis der Menschen rufen. Dazu trägt diese Veranstaltung heute bei.“

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