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China-Europa-Zusammenarbeit bleibt inmitten europäischer Ungewissheiten stabil

2018-01-03 09:23:53 Xinhua

Am 1. Weihnachtstag verließ ein Güterzug, beladen mit 90 Standardcontainern voller Waren, Zhengzhou, die Verkehrsdrehscheibe Zentralchinas, mit dem Ziel Hamburg in Norddeutschland. Dies markierte die tausendste Fahrt dieser Art zwischen den beiden Städten.

Der erste Güterzug brach am 18. Juli 2013 von Zhengzhou nach Hamburg auf. In jenem Jahr wurden nur 13 solcher Fahrten durchgeführt.

Andere Routen zwischen chinesischen und europäischen Städten erlebten in den letzten paar Jahren ähnlich rasantes Wachstum von Güterzügen.

Die Zahl der China-Europa-Güterzüge erreichte 2017 einen neuen Höchststand, der mit über 3.000 Güterzügen, die auf 57 Strecken zwischen den beiden Seiten fahren, indem sie die Summe der vergangenen sechs Jahre noch überstieg. Die Zahl solcher Zugfahrten wird laut der China Railway Corporation im Jahr 2018 voraussichtlich 4.000 erreichen.

Die Eisenbahnverbindung zwischen China und Europa, ein bedeutender Teil der von China vorgeschlagenen „Gürtel und Straße“-Initiative, soll erwartungsgemäß den Handel zwischen China und Europa vorantreiben.

In den ersten 10 Monaten von 2017, steigerte sich der Handel zwischen beiden Seiten im Vorjahresvergleich um 16,2 Prozent auf 3,4 Billionen Yuan (513 Milliarden US-Dollar).

BASIS FÜR CHINA-EUROPA-BEZIEHUNGEN

Das erstaunliche Wachstum des China-Europa-Handels zeigt, dass sich die europäische Wirtschaft erholt.

„Die europäische Wirtschaft stabilisiert sich und holt auf. Ihr Bruttoinlandsprodukt überstieg in den ersten drei Quartalen von 2017 das der Vereinigten Staaten“, erklärte Zhao Chen, Leiter der Abteilung für Europäische internationale Beziehungen des Instituts für Europastudien, das der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften angehört, gegenüber Xinhua.

„Mit seiner entwickelten, hochwertigen Fertigungsindustrie hat Deutschland, ein Spitzenreiter in der europäischen Wirtschaft, 2017 einen finanziellen Überschuss bewahrt“, sagte Zhao. Er glaubte, dass das jüngste Scheitern bei der Bildung einer Regierungskoalition in Deutschland nur vorübergehend sei und Anfang 2018 eine stabile Regierung aufgestellt werde.

„Angeführt von der deutschen Wirtschaft sollten Europas Binnennachfrage und Exporte allmählich steigen“, sagte Zhao.

„Die Basis für die China-Europa-Beziehungen besteht in der Ökonomie“, sagte er. „China wird 2018 seine Exporte ausweiten und die Besserung der europäischen Wirtschaft wird eine ausgeglichenere Handelsbeziehung fördern.

Nach Ansicht von Lai Suet Yi, Dozent und Forscher am Zentrum für Europastudien der chinesischen Guangdong University of Foreign Studies, werden die Handelsbeziehungen zwischen China und der Europäischen Union (EU) „holpriger“ sein als früher.

„Aufgrund der Zunahme einer Anti-Globalisierungsstimmung sowie des Populismus innerhalb der EU werden die Handelsbeziehungen zwischen China und EU holpriger sein als zuvor, insbesondere bei der Stahl-Überproduktion, den Antidumpingzöllen und Chinas Auslandsinvestitionen in die EU“, sagte Lai Xinhua.

Solche Streitigkeiten aber werden den Handel zwischen China und Europa insgesamt nicht beeinträchtigen. „Dispute machen weniger als 3 Prozent des über 560 Milliarden US-Dollar betragenden bilateralen Handels aus und das meiste ist beiderseitiger Gewinn“, sagte Zhao.

„Daher überwiegt die Kooperation die Divergenzen deutlich“, sagte er.

STABILE BEZIEHUNGEN INMITTEN EUROPÄISCHER UNGEWISSHEITEN

Im Jahr 2017 durchlebte Europa große Unsicherheiten. „Bei den Brexit-Verhandlungen wurde gerade erst Phase I abgeschlossen. Phase II und III werden deutlich härter sein“, sagte Lai.

Am 15. Dezember billigten die Staatsoberhäupter der 27 EU-Mitgliedsstaaten, die sich in Brüssel zum EU-Wintergipfel versammelt hatten, die zweite Phase der Brexit-Gespräche.

Gemäß der Richtlinien, die das Generalsekretariat des Europarates den Führungen vorgelegt hat, können die Verhandlungen der zweiten Phase nur vorankommen, solange alle Verpflichtungen, die in der ersten Phase eingegangen wurden, voll berücksichtigt werden und gewissenhaft und schnellstmöglich in gesetzliche Bestimmungen umgesetzt werden.

„Außerdem warten wir immer noch, ob Deutschland mit Frankreich einen ambitionierten Plan für eine weitere EU-Integration unterzeichnen wird“, fügte Lai hinzu. Lai glaubt allerdings, dass die Beziehungen der EU mit China trotz all der Ungewissheiten, mit denen sie konfrontiert ist, beeinträchtigt werden, „da China ihr zweitgrößter Handelspartner und ein entscheidender Partner in internationalen Fragen ist.“

„Europa befindet sich in einer Phase der Reform und die europäische Integration steht an einem Scheideweg, während der Populismus über den Kontinent hinwegfegt“, sagte Zhao. „Ob Europa seine Integration nun vertieft oder solche Ereignisse wie den Brexit verhindert, China wird sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Kontinents einmischen.“

„Ungeachtet der diversen Ungewissheiten in Europa bleibt Chinas Europapolitik konsistent und unbeirrbar“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi im Dezember einem Symposium. „Wir unterstützen nachdrücklich den europäischen Integrationsprozess und begrüßen die Einheit und Entwicklung der EU.

„Wir müssen auf Basis gegenseitigen Respekts Differenzen handhaben und werden daran arbeiten, übereinstimmende Interessen auszubauen und neue Wachstumsbereiche in der regionalen Kooperation zu erkunden, um die strategische Substanz der China-Europa-Beziehungen zu bereichern und auszuweiten“, sagte Wang.

GEGENSEITIGES VERTRAUEN AUFBAUEN

Zu der Frage, wie man gegenseitiges Vertrauen zwischen China und Europa fördern könnte, sagte Zhao, beide Seiten könnten das gegenseitige Verständnis durch Kommunikation zwischen Medien und Thinktanks verbessern.

Gerhard Stahl, ein Gastprofessor am College of Europe in Brügge, Belgien, und der HSBC Business School der Universität Peking, sagte, China und Europa könnten den persönlichen Austausch mit Hilfe kultureller Aktivitäten und des Tourismus verstärken.

„Um sicherzustellen, dass die Menschen die Diversität oder Unterschiede dieser bunten chinesischen Bevölkerung verstehen, ist Kunst einer der interessantesten Wege, um Menschen schnell zu verdeutlichen, dass chinesische Bürger dieselben Probleme haben könnten wie Europäer und sie Sympathien entwickeln zu lassen“, sagte Stahl gegenüber Xinhua.

„Und was baut noch Vertrauen auf? Tourismus, wenn er gut gemacht wird, sodass die Menschen die Schönheit und die Geschichte Chinas sowie einen modernen Teil des Landes entdecken können. Und andersherum, wenn Chinesen kommen, um Europa zu sehen, hilft das ebenfalls sehr“, sagte er.

Gegenseitige Besuche chinesischer und europäischer Touristen sind laut Dai Bin, dem Direktor der China Tourism Academy, einer Forschungsinstitution, die der Nationalen Tourismus-Administration Chinas angegliedert ist, jährlich um 10,6 Prozent gestiegen, seitdem Europa 2004 als Reiseziel für chinesische Bürger gelistet wurde. 2016 besuchten mehr als 3,1 Millionen Europäer China und über 3,4 Millionen chinesische Bürger besuchten europäische Länder, sagte Dai kürzlich bei einem Treffen zum Tourismus zwischen China und der EU.

Das Jahr des China-EU-Tourismus 2018 wird im Januar eingeläutet werden.

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