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Merkels 11. China-Reise. Was ist das Besondere daran?

2018-05-30 12:02:17 de.china-info24.com

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde von westlichen Medien als „westliche Führungspersönlichkeit, die China am besten kennt“ bezeichnet. Merkel entschied sich, neben Peking, dieses Mal mit Shenzhen als Spitze der chinesischen Reform und Öffnung und Stadt der Innovation eine weitere chinesische Stadt zu besuchen. Analysten sagten, Merkels Besuch in Shenzhen sei nicht nur ein Lob für die Errungenschaften von Chinas Reform und Öffnung, sondern drücke auch die Wertschätzung für die innovative Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China aus.

Besuch in Shenzhen stärkt Zusammenarbeit in High-Tech-Bereichen

„China News Service“ berichtet, dass das deutsche Bundeskanzleramt vor Merkels Besuch in China ein Podcast-Video von Merkel auf seiner offiziellen Website veröffentlicht hat mit dem Titel „Dialog prägt Deutsch-Chinesische Beziehungen“. Merkel äußerte in dem Video, dass sie sich sehr freue, Shenzhen, wo sich viele deutsche Firmen befinden, zu besuchen: „In Shenzhen hat die wirtschaftliche Öffnung begonnen. Und deshalb ist es für mich auch sehr interessant, hier diese dynamische Stadt zu besuchen, in der auch viele deutsche Unternehmen ihre Heimat haben und produzieren.“

Zheng Chunrong, Direktor des Deutschlandforschungszentrums (DFZ) der Tongji-Universität, sagte, dass Merkels Besuch in Shenzhen zwei Signale sendete. Erstens versprachen beide Seiten, die Öffnung zu verstärken; vor allem sollten daher Deutschland und Europa Investitionen und Übernahmen nicht bremsen. Zweitens werden China und Deutschland die Zusammenarbeit in Hochtechnologiebereichen verstärken und Probleme durch Dialog und Kooperation lösen.

Laut Cui Hongjian vom China Institute of International Studies gebe es viele deutsche Unternehmen in Shenzhen. Zum einen sei das Investitionsumfeld für Deutschland sehr attraktiv, zum anderen sei der chinesisch-deutsche Handel von großer Wichtigkeit für Shenzhen. Der Besuch in Shenzhen zum 40. Jubiläum der Reform und Öffnung zeige auch, dass Merkel zuversichtlich ist, dass China seine Reform und Öffnung fortsetzen wird.

Ding Chun, Direktor des Centrefor European Studies der Fudan-Universität, sagte, Shenzhen ist Chinas wissenschaftlich-technologisches Zentrum für Forschung und Entwicklung. Die chinesisch-deutsche Innovationskooperation ist derzeit der Schwerpunkt und deshalbwurde Shenzhen von Frau Merkel ausgewählt.

Viele deutsche Unternehmen wegen Investitionsumfeldes in Shenzhen

Shenzhen wurde bereits als „Chinas Silicon Valley“ bezeichnet. Aufgrund seiner besonderen wirtschaftlichen Positionierung haben sich viele deutsche Unternehmen in Shenzhen niedergelassen. Neben Siemens sind das auch andere große deutsche Unternehmen wie Bayer, TÜV Rheinland und Kathrein. Tatsächlich ist Shenzhen mit Ausnahme von Shenyang, Hangzhou und Taicang zu einer der wichtigsten Städte für deutsche Unternehmen geworden.

„CNR“ berichtet, dass eines der wichtigsten Reiseziele von Merkel bei diesem Besuch in Shenzhen die Eröffnung des AHK Innovation Hub in Shenzhen war. Als offizieller Vertreter der Bundesregierung in der chinesischen Wirtschaft bildet der Innovation Hub die Brücke zwischen deutschen Mittelständlern, Start-ups und innovativen Unternehmen mit China, insbesondere Shenzhen.

Jens Hildebrandt, Delegierter der Deutschen Wirtschaft Guangzhou und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in China für Süd- und Südwestchina (AHK), sagte, deutsche Unternehmen seien sehr optimistisch, was das Potenzial der Innovation in Shenzhen angehe. Das High-Tech- und Innovationsumfeld von Shenzhen biete vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen. Deutsche traditionelle Industrieunternehmen und innovative Start-up-Unternehmen zeigen großes Interesse an Shenzhens Innovationsumfeld und vollständiger Industriekette. Immer mehr deutsche Unternehmen kommen nach Shenzhen, um eine Kooperation zu suchen. Daher wird Merkel auch Chinas innovative Unternehmen besuchen.

Es wird berichtet, dass einige deutsche Unternehmen Chinas private Unternehmen hinsichtlich staatlicher Subventionen beneiden und hoffen, in Zukunft ebenfalls von solch einer politischen Unterstützung zu profitieren. Dieser Besuch Merkels in Shenzhen strebt ein besseres Umfeld und eine bessere Plattform für die Entwicklung deutscher Unternehmen in China an.

China und Deutschland weiten bidirektionale Investitionen aus

Nach Angaben des Handelsministeriums der Volksrepublik China wurde Merkel bei ihrem Besuch in China von fast 20 deutschen Unternehmern begleitet, deren Unternehmen einen Umsatz von 550 Mrd. Euro erzielten.

Laut „China News Service“ und „China Business Network“ erklärten Experten, dass China und Deutschland einige Wirtschafts- und Handelsaufträge unterzeichnen werden. Aber Höhepunkt wird nicht Quantität sein, sondern die Bereitschaft zur Kooperation. Zheng Chunrong erklärte, dass die EU und Deutschland die Hoffnung haben, dass China den Markt gleichermaßen öffnen wird. Tatsächlich hat China den Markt bereits weiter aktiv geöffnet. In Deutschland stellt sich derzeit die Frage, wie die chinesische Seite diese Öffnungspolitik umsetzen wird.

Auf der Konferenz des Chinesisch-Deutschen Wirtschaftsberaterausschusses am 24. Mai haben sich die Vertreter chinesischer und deutscher Unternehmen wie der State Grid Corporation of China, Huawei Technologies, der Geely Group, Siemens AG, BASF und Allianz Group mit Themen wie der internationalen Handelssituation, dem Investitionsumfeld, der bidirektionalen Öffnung, finanziellen Zusammenarbeit, dem Schutz des geistigen Eigentums usw. beschäftigt. Der chinesische Premierminister Li Keqiang und Bundeskanzlerin Merkel hielten anschließend Reden.

In seiner Rede wies Li Keqiang darauf hin, dass China den Geschäftsumfang von ausländischen Finanzinstitutionen in China erweitern, Beschränkungen für ausländische Kapitalanteile von Banken, Wertpapier- und Versicherungsindustrien lockern, die Beschränkungen für ausländische Kapitalanteile der Autoindustrie allmählich lockern und Einfuhrzölle auf ausländische Autos und einige Medikamente drastisch reduzieren werde. Er hofft, dass deutsche Unternehmen ihre Vorteile voll ausspielen und Gelegenheiten ergreifen werden, um ein Win-Win auf höherem Niveau für China und Deutschland zu erzielen.

Li Keqiang betonte, dass die Öffnung in beide Richtungen erfolgen sollte. Wenn man die Tür vor anderen verschließt, blockiert man nur seinen eigenen Weg. Er hofft, dass Deutschland chinesische Unternehmen als gleichberechtigten und verlässlichen Partner behandeln und chinesischen Unternehmen, die in Deutschland investieren, ein faireres und angenehmeres Umfeld bieten wird.

Merkel sagte, dass die aktuellen Investitionen von deutschen und chinesischen Unternehmen eine gute Dynamik der Entwicklung zeigen. Eine Investition sei keine Einbahnstraße. Werden bidirektionale Investitionen ausgebaut, profitieren und lernen beide Seiten voneinander. Sie hofft, dass Deutschland und China einen gleichberechtigten Zugang zu den gegenseitigen Investitionen beider Seiten schaffen.

Chinesisch-deutsche Zusammenarbeit wahrt Öffnung der Weltwirtschaft

Die internationale Außenpolitik der US-amerikanischen Trump-Regierung hat seine europäischen Verbündeten sehr in Bedrängnis gebracht.

„China Business Network“ berichtet, dass die Vereinigten Staaten am 31. Mai die Zollbefreiung für importierte Stahl- und Aluminiumprodukte in Europa auslaufen lässt. Die Europäische Union, v.a. Deutschland, hofft, eine dauerhafte Zollbefreiung von den Vereinigten Staaten zu erhalten. Gegenwärtig hat die EU eine Liste mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zollschranken der USA bei der WTO vorgelegt.

Zheng Chunrong sagte, dass die globale Handelskette eng damit verbunden sei. „Bei vielen US-amerikanischen Maßnahmen, die sich nicht an die internationale Freihandelsordnung halten, Unilateralismus betreiben und das Beste aus den Verhandlungen herausholen wollen, wird Deutschland sicherlich hoffen, dass China helfen wird. Denn innerhalb der EU ist Deutschland am stärksten bedroht.“

In Bezug auf die Rolle Chinas und Deutschlands bei der Aufrechterhaltung der internationalen Handelsordnung vertreten deutsche Wissenschaftler ähnliche Ansichten.

Laut „China News Service“ sagte Gu Xuewu, Direktor des Center for Global Studies (CGS) der Universität Bonn, dass beide Seiten die Kommunikation und Koordination stärken und in den anderen Regionen „Schlüsselpartner“ bei der Suche nach Gemeinsamkeiten sein und Vermittler bei Differenzen spielen sollten.

Angesichts des gegenwärtigen Anstiegs von Protektionismus und Unilateralismus, glaubt Gu Xuewu, haben Deutschland und Chinabei Zusammenarbeit ein großes Potenzial bei der Wahrung der Öffnung der Weltwirtschaft, solange beide Seiten einseitigen Handelsprotektionismus ablehnen. Die WTO hat die Hoffnung, dass das multilaterale Freihandelssystem die Schwierigkeiten überstehen kann.

Nach Ansicht von Gu Xuewu sollten beide Seiten, um die Beziehungen zwischen Deutschland und China besser zu entwickeln, sich der Realität stellen, d.h. „die Unterschiede zwischen den beiden Seiten im System anerkennen und diese respektieren, den größten Raum für Kooperation und den größten gemeinsamen Teiler auf Interessenebene suchen und durch Ausbalancieren und Teilen von Interessen zu „Schlüsselpartnern“ in ihren jeweiligen Regionen werden.“

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