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China und Deutschland auf der Suche nach neuer Kooperation

2018-07-10 11:12:05 CRI

„Technologie im Austausch gegen den Markt", das war lange Zeit das Hauptmotiv der chinesisch-deutschen Kooperation. Die deutsche Technik ist weltweit führend, aber das Marktvolumen der Bundesrepublik war zu klein und die Wirtschaft zu sehr vom Außenhandel abhängig. China stand unterdessen einer wirtschaftlichen Umstrukturierung gegenüber. Die Volksrepublik brauchte daher technologische Innovationen zur Förderung der Wirtschaft. Trotz der engen Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen gab es dennoch zahlreiche Widersprüche. Deutschland forderte unter anderem eine weitere Öffnung des chinesischen Marktes. Der stellvertretende Minister für Industrie und Information, Wang Jiangping, erklärt:

„Unsere Bewilligungen für einen Marktzutritt sind sehr offen. Wir haben nach den Regeln der Weltbank die Voraussetzungen für einen Marktzutritt allmählich gesenkt. Unsere Politik ist offen und tolerant. Die Ansprache vom Staatspräsident Xi Jinping in Boao repräsentiert die Entschlossenheit der chinesischen Regierung in diesem Bereich."

Der Direktor der Zentrale für chinesische kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, Yang Lixin, beschäftigt sich seit Jahren mit der Integration deutscher Politik- und Handelsressourcen sowie der Verbindung von Unternehmen beider Länder. Er kennt die Besonderheiten der chinesischen und von deutschen Unternehmen gut.

„Die Deutschen sind nicht gut im Marketing und Vertrieb. Sie bevorzugen Forschung und Entwicklung. Sie kommen nach China und bringen viele Lösungskonzepte zur Verbesserung chinesischer Unternehmen mit. Die Chinesen sind gut im Vertrieb. Beide Seiten können einander ergänzen. Den Deutschen fällt es schwer, in den chinesischen Markt einzutreten, da sie nicht genau wissen, wie man Chinas Markt öffnen kann. In diesem Zusammenhang müssen die deutschen Unternehmen eng mit ihren chinesischen Partnern kooperieren."

In den vergangenen Jahren legt China immer mehr Wert auf technische Innovation. Das Modell „Technologie im Austausch gegen einen Markt" ist für chinesische Unternehmen daher nicht mehr so attraktiv. Tang Min, der ständige stellvertretende Vorsitzende des Fonds für Armenhilfe beim chinesischen Staatsrat, erklärt, China und Deutschland müssten die traditionelle Kooperationsweise aufgeben, neue Verkaufsmodelle wie den grenzübergreifenden E-Kommerz versuchen und neue Kooperationswege erschließen.

„Die Kooperation zwischen China und Deutschland darf sich nicht nur auf Technologie beschränken. Beide Seiten müssen im Verkauf und auf dem Markt zusammenarbeiten. Deutschland, Österreich und Tschechien sind große Exportländer. Und China auch. Wie können wir uns zusammenschließen und einen Handelsstreit vermeiden? Wie können wir angesichts der wechselnden internationalen Lage neue Wege finden? Wir können dafür die Seidenstraßen-Initiative nutzen und durch das neue Verkaufsmodell des grenzüberschreitenden E-Kommerz einen Durchbruch erzielen."

Tang zufolge hat bereits eine neue technische Revolution begonnen. Das Modell von Konsum und Produktion hätte sich deutlich verändert. Auf den individualisierten Konsum werde immer größerer Wert gelegt. Dementsprechend müsse es eine individualisierte Produktion geben. Durch elektronischen Handel würden diese beiden Seiten verbunden. Grenzüberschreitender E-Handel sei relativ offen und könne Widersprüche in der gegenwärtigen Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland effektiv vermeiden, so Tang Min weiter.

„Viele chinesische Unternehmen haben begonnen, Lager im Ausland zu bauen und traditionellen Handel mit dem lokalen Einzelhandel zu verbinden. Man exportiert in großer Menge und verkauft sie online im Ausland. So steigt die Effizienz der Logistik und die Kosten werden stark reduziert."

Internationaler E-Kommerz ist in China bereits zu einem großen Thema geworden. Deutschland achtet jedoch viel mehr auf industrielle Produkte und besitzt kein großes Absatzvolumen im internationalen E-Kommerz. Tang Min schlägt vor, beide Länder könnten zuerst versuchen, die Kooperation zur Ausbildung von Handelspersonal für grenzüberschreitenden E-Kommerz auszubauen. Fachkräfte in diesem Bereich dürften nicht nur in China ausgebildet werden. Sie müssten auch in anderen Ländern eine Ausbildung erhalten. Die Branche benötige junge, intelligente Menschen mit Fremdsprachenfähigkeiten.

Wirtschaftsexperten sind allgemein der Meinung, bei der Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen China und Deutschland gebe es noch Entwicklungspotenzial. Die Zukunft kann also noch einige Neuerungen bringen.

Verfasst von Yu Yue

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